Polizei twittert unter #keinbruch : Da war wer in meinem Keller!

15000 Keller werden jährlich in Berlin geknackt - auch im Haus unserer Autorin. Ein persönlicher Bericht anlässlich der Twitter-Aktion der Berliner Polizei

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Keller und Dachböden sind ein beliebtes Ziel von Einbrechern. 2014 wurden in Berlin knapp 15.000 solcher Einbrüche registriert.
Keller und Dachböden sind ein beliebtes Ziel von Einbrechern. 2014 wurden in Berlin knapp 15.000 solcher Einbrüche registriert.Foto: Patrick Seeger, dpa

Ich wohne im vierten Stock, da ist der Keller ziemlich weit weg. Und voller Dinge, die ich eher selten brauche: meine zwei Reservefahrräder, die beide nicht so richtig gut fahren. Mein Riesenkoffer, der mich schon durch halb Europa begleitet hat. Balkonmöbel, Umzugskartons, Bücherkisten. Mein Keller ist ein fünf Quadratmeter großer lampen- und fensterloser Schlauch mit von den Wänden bröckelndem Putz. Nicht gerade ein Lieblingsort, weshalb ich ihn äußert selten aufsuche.

Mehr Keller- als Wohnungseinrüche

Dann wurde in den Keller meiner Nachbarin eingebrochen. Und trotz der Abneigung gegen mein finsteres Kellerloch war das Unbehagen da. Jemand war in unserem Haus, der da nicht hingehört. Hat sich Zugang zu unserem Keller geschafft. Hatte er einen Schlüssel für die Stahltür, hinter der die einzelnen Parzellen liegen? Oder hat einer der Nachbarn vergessen, die Tür abzuschließen? Im Hinterhof finden Bauarbeiten statt, da steht schon mal die eine oder andere Tür auf und Fremde gehen ein und aus. Leichtes Spiel für Einbrecher. 2014 wurden in Berlin knapp 15000 (!) Keller- und Dachbodeneinbrüche polizeilich erfasst, das sind mehr als in Wohnungen und Wohnhäuser, wo 12000 Fälle registriert wurden.

Ich habe mich drei Wochen lang davor gedrückt, nachzusehen, ob vielleicht auch in meinen Keller eingebrochen wurde. Nicht, dass die Diebe viel mit meinen Büchern und den leicht rostigen Balkonstühlen anfangen könnten. Aber es sind meine Sachen; auch wenn sie nichts mitgenommen hätten, es wäre ein Eindringen in meine Privatsphäre.

Schließlich bin ich doch mit mulmigem Gefühl hinabgestiegen. Das Vorhängeschloss war unversehrt. Selten habe ich mich so über den Anblick meines vollgestopften Kellers gefreut. Seitdem schaue ich regelmäßig mal nach dem Rechten.

Wie es sich anfühlt, wenn dreimal hintereinander in der eigenen Wohnung eingebrochen wird, lesen Sie hier. Die Tweets der Berliner Polizei unter dem Hashtag  zum Thema Einbrüche können Sie hier verfolgen.

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