Berlin : Polizei wehrt sich gegen Vorwurf der Hysterie

Vernachlässigtes Kind: Kritik des Stadtrats am Einsatz der Beamten „unberechtigt“

-

Die heftigen Vorwürfe gegen die Polizei, die der Jugendstadtrat von Reinickendorf im Fall eines vernachlässigten Mädchens kürzlich erhoben hat, weist die Polizeibehörde als unberechtigt zurück. Peter Senftleben (SPD) hatte den Polizeibericht, in dem die Zustände der Wohnung, in der die elfjährige Julia am vergangenen Donnerstag gefunden worden war, als „überzogen“ und „aufgebauscht“ kritisiert. Die Äußerungen des Stadtrates seien „nicht nachvollziehbar“, sagte der Leiter des Kommissariats für Kindesvernachlässigung und -misshandlung, Michael Havemann. Zur Beweisaufnahme sei der Zustand der völlig vermüllten Wohnung anhand von Fotos dokumentiert worden. „So, wie wir sie beschrieben haben, sah die Wohnung auch aus“, sagte Havemann. Diese Fotos sind Gegenstand der Ermittlungen. „Ein Staatsanwalt wird darüber entscheiden, ob die Vorwürfe gerechtfertigt sind und nicht der Stadtrat“, hieß es bei der Polizei. Die Vermüllung der Wohnung gleiche einem Foto auf einem Polizeiplakat: Dies ist Teil einer Kampagne, mit der die Polizei vor Monaten an die Öffentlichkeit gegangen war, um mehr Aufmerksamkeit für verwahrloste Kinder zu erlangen.

Senftleben hatte zudem angemerkt, dass wegen der „überzogenen Darstellung“ der Kripo das Kind nun im Heim untergebracht worden ist. Hierzu sagte Havemann: „Hätten wir nicht gehandelt, müsste das Mädchen weiter in dieser verwahrlosten Wohnung leben.“ tabu

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben