Berlin : Polizeiauto auf Dienstreise gestohlen Kripo-Kommissarinnen waren im Restaurant

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Die Suppe dürfte ihnen mächtig verhagelt sein: Zwei Berliner KripoKommissarinnen ist am Montagabend im Wiesbadener Stadtteil Biebrich während des Essens der Dienstwagen gestohlen worden. Als die beiden Beamtinnen des Landeskriminalamtes aus dem Restaurant kamen, war der grünmetallic-farbene Opel Astra, mit dem sie zu einem Lehrgang beim Bundeskriminalamt (BKA) gefahren waren, verschwunden. Es habe sich um ein Zivilfahrzeug gehandelt, das von außen nicht als Polizeiwagen zu erkennen gewesen sei, sagte ein Berliner Polizeisprecher am Dienstag. Dass das Fahrzeug abgeschleppt worden sein könnte, weil es im Halteverbot stand, sei nicht möglich, dies habe die Polizei Wiesbaden geklärt. In dem Auto befanden sich die Wagenpapiere, ein fest installiertes Funkgerät und ein Blaulicht, das bei Einsatzfahrten mit einem Magnet auf dem Dach befestigt wird. Mit diesem Inventar dürfte es dem Dieb schwer fallen, das Fahrzeug zu verkaufen. Dienstwaffen hätten keine im Auto gelegen, sagte der Behördensprecher. Die hätten die beiden 38 und 43 Jahre alten Frauen nicht dabei gehabt. Wenn sie nach Berlin zurückkehren, müssen sie möglicherweise mit Disziplinarmaßnahmen rechnen, wenn sich herausstellen sollte, dass sie mit dem Fahrzeug und den dazu gehörenden Papieren leichtfertig umgegangen sind.

Die beiden Kripo-Beamtinnen ermitteln im LKA im Bereich der Kreditkartenkriminalität und halten sich zu einem Fachlehrgang beim BKA in Wiesbaden auf. Für die Reise nach Hessen nahmen sie den Dienstwagen, um flexibel zu sein: „Eine Bahnfahrt kann deutlich teurer sein als die Reise mit einem Dienstfahrzeug“, sagte ein Polizeisprecher.

Aber die beiden Kripo-Beamtinnen sind nicht die einzigen Polizeiangehörigen, denen der Dienstwagen entwendet wurde: Am 7. Mai 1994 war dem damaligen Polizeipräsidenten Hagen Saberschinsky sein dunkelblauer Dienst-Mercedes 200 E in Steglitz gestohlen worden. Der Fahrer hatte den 58 000 Mark teuren Wagen nur fünf Minuten an der Schloß- Ecke Treitschkestraße allein gelassen. Als er zurückkehrte, war das erst fünf Monate alte Auto verschwunden.

Es wurde erst zwei Jahre später in Russland gefunden und sichergestellt. Funkgerät, Blaulicht und Funktelefon fehlten allerdings. Es wurde vermutet, dass organisierte Banden den Wagen gestohlen hatten und dieser dann beim Abzug der russischen Truppen mit dem Flugzeug von Sperenberg, Groß-Dölln oder sogar Ribnitz-Damgarten (Ostsee) ausgeflogen worden war. Geklärt werden konnte es nie.weso

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