Polizeibilanz : Berlin: Alle Mordfälle 2007 sind gelöst

Die Berliner Strafverfolgungsbehörde alle in diesem Jahr verübte Mordfälle vollständig aufklären. Allerdings stieg die Zahl der Tötungsdelikte gegenüber den Vorjahren an. Eine Statistik halten die Fahnder aber noch zurück.

Tanja Buntrock

Die vier Mordermittler hatten sich auf dem Podium versammelt, um gute Nachrichten zu verkünden: Alle Berliner Mordfälle des vergangenen Jahres seien gelöst. Und: Im Vergleich zu 2006 sei die Zahl der Tötungsdelikte in der Hauptstadt nur leicht gestiegen. Doch anschließend machte sich unter den Strafverfolgern ein seltsames Schweigen breit. Wie viele Mordfälle es gab? Wie viele Versuche? Wie hoch die Steigerung ausfalle? Kein Kommentar, hieß es auf dem gut besetzten Podium. „Die Zahlen werden erst in der Kriminalitätsstatistik im kommenden Jahr veröffentlicht“, hieß es. Voraussichtlich im März werde die Öffentlichkeit erfahren, wie viele Menschen zwischen November 2006 und November 2007 getötet wurden. Als gelöst betrachtet die Polizei auch den Fall, bei dem im Oktober ein Geldbote in Reinickendorf erschossen wurde. Zwei Verdächtige sind gefasst, der mutmaßliche Drahtzieher befindet sich auf der Flucht. „Wir haben alle mutmaßlichen Täter identifiziert“, hieß es auf dem Posium.

Was blieb, war ein Rückblick auf die spektakulärsten Fälle des Jahres – darunter der Tod der 14-jährigen Kristina Hani oder des 23-jährigen Darius E., der am Tegeler Badesee erstochen wurde. Entsetzen hatte auch der Fall der achtjährigen Amani aus Wilmersdorf ausgelöst – ihre Mutter steht in Verdacht, das Mädchen erstochen zu haben. Erstmals ermittelten die 73 Mitarbeiter der Mordkommission auch in Sachen „Komatrinken“: Im März soll der 16-jährige Lukas W. von einem Wirt zum Wetttrinken verleitet worden sein und starb an den Folgen des Alkoholkonsums. Ungeklärt ist weiterhin die Frage, was mit der 15-jährigen Georgine Krüger passiert ist. Die Schülerin ist seit dem 25. September 2006 spurlos verschwunden. Gesucht wird auch noch nach dem Täter, der 2007 in Marzahn zugeschlagen hat: Am 2. und 4. Januar wurden eine 17-Jährige und eine 14-Jährige von einem Mann gewürgt. Auf das jüngere Mädchen stach der Täter mit einem Messer ein. Die Opfer konnten sich losreißen und entkommen. Das Motiv ist unklar. Die Kripo geht davon aus, dass es sich in beiden Fällen um denselben Täter handelt. Ein Phantombild ist im Internet (www.polizei.berlin.de) veröffentlicht. Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 46 64 91 15 01 entgegen.

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