Polizeiliche Kriminalitätsstatistik für Berlin : Schlechteste Aufklärungsquote seit über zehn Jahren

Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik Berlins zeigt für 2013 "Licht und Schatten". Die Aufklärungsquote sinkt auf den schlechtesten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. Nicht einmal die Hälfte der Fälle kann aufgeklärt werden.

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Die Anzahl der Straftaten war 2013 in Berlin so hoch wie lange nicht mehr.
Die Anzahl der Straftaten war 2013 in Berlin so hoch wie lange nicht mehr.Foto: dpa

Die Zahl der Straftaten ist erstmals seit 2005 wieder auf mehr als 500.000 gestiegen. Die Aufklärungsquote sank auf den schlechtesten Wert seit mehr als zehn Jahren, nämlich auf 43,7 Prozent. Innensenator Frank Henkel (CDU) und Polizeipräsident Klaus Kandt haben am Montag die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) für das Jahr 2013 vorgestellt. Henkel sprach von "Licht und Schatten" in den Zahlen. Ausgesprochen positiv sei, dass die Zahl der Gewalttaten deutlich zurückgegangen sei, bei den Tötungsdelikten gab es sogar ein Minus von 28 Prozent, bei Raub waren es minus drei Prozent, bei Körperverletzungen minus sieben Prozent.

Zahl der Villen-Einbrüche steigt

Positiv sei auch, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche durch die intensiveren Ermittlungen zurückging, und zwar um acht Prozent auf 11.566. Die Zahl der Einbrüche in Villen und Häuser stieg dagegen erneut an, und zwar um drei Prozent auf 2595.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU, vorne) und Polizeipräsident Klaus Kandt.
Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU, vorne) und Polizeipräsident Klaus Kandt.Foto: dpa

Bei knapp 40 Prozent aller Taten blieb es beim Versuch, nach offiziellen Angaben ist das ein Erfolg besserer technischer Sicherungen und der Präventionsbemühungen der Polizei. Im Vorjahr hatte es bei Einbrüchen einen derart drastischen Anstieg gegeben, dass Polizei und Innensenator handeln mussten. Die Zahl von 2012 ist aber trotzdem die zweithöchste im Zehn-Jahres-Vergleich. Kandt sagte, dass das intensive Vorgehen gegen Einbrecher mindestens fünf Jahre fortgesetzt werden müsse.  

Mehr politisch motivierte Straftaten

Einen deutlichen Anstieg gab es bei der politisch motivierten Kriminalität. Im Jahr 2013 seien insgesamt 3091 solcher Straften und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr registriert worden, sagte Henkel. In 441 Fällen habe es sich um Gewaltdelikte gehandelt. Das waren 26 Prozent mehr politisch motivierte Gewalttaten als 2012.

Henkel zufolge blieben die rechtsextrem motivierten Straftaten mit 1361 Fällen im Vergleich zum Vorjahr zwar konstant. Allerdings haben hier die Gewalttaten um 23 Fälle oder knapp 30 Prozent auf 77 Fälle zugenommen. Viele rechte Straftaten seien bei den Protesten gegen die Eröffnung des Flüchtlingsheims in Berlin-Hellersdorf verzeichnet worden.
Die Straftaten im linken Spektrum stiegen deutlich um 18 Prozent auf 1023 Fälle, wie Henkel weiter mitteilte. Auch hier nahmen vor allem die Gewaltdelikte um 67 Fälle oder rund 25 Prozent auf 276 Fälle zu. So wurden alleine im Zusammenhang mit Gegendemonstrationen in Hellersdorf 45 Gewaltdelikte von der Polizei registriert.

Der Innensenator betonte, dass die vier Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit auch 2014 bestehen blieben. Es sind dies die Sicherheit in Bussen und Bahnen, Gewalttaten in der Öffentlichkeit, Einbrüche sowie der Kampf gegen organisierte Kriminalität, besonders bei Rockern und Großfamilien. (mit dpa)


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