Berlin : Polizeischutz für Peymann

Linke protestieren bei Theaterpremiere

Die Premiere des Theaterstücks „Richard III“ von William Shakespeare am Berliner Ensemble fand gestern Abend unter Polizeischutz statt. Für 18.30 Uhr hatten linke Gruppen zu einer Demonstration vor dem Theater am Bertolt- Brecht-Platz in Mitte aufgerufen – die Kundgebung war unter dem Motto „Protest gegen Claus Peymanns Kollaboration mit dem antisemitischen Terrorregime im Iran“ angemeldet. Allerdings folgten nur etwa 30 Personen dem Aufruf, die Lage blieb friedlich.

Die Initiatoren der Demo warfen dem Intendanten des Theaters vor, mit einem für nächste Woche geplanten Gastspiel im Iran ein Terrorregime zu hofieren. In einer Mitteilung hieß es: „Peymann kollaboriert mit einem Regime, das Juden vernichten will und an der Atombombe arbeitet.“ Peymann wiederum ließ ausrichten, das Gastspiel vom 12. bis 14. Februar sei „das wichtigste unseres Theaters in den letzten Jahren“. Das Ensemble werde dort bei einem Festival das Stück „Mutter Courage“ von Brecht aufführen. „Die Pressemitteilung der Veranstalter der Demonstration ist allerdings ein besonders übles Machwerk der Unterstellungen und Lügen“, sagte Peymann. In dem Text wurde etwa behauptet, das Theater werde künftig keine Homosexuellen und unverschleierte Frauen mehr beschäftigen. Dies war allerdings als Satire kenntlich gemacht.

Der Konflikt ist nicht der erste im Hause Peymann: 2006 hatte der Intendant Schlagzeilen gemacht, als er dem inhaftierten Terroristen Christian Klar einen Ausbildungsplatz zum Bühnentechniker angeboten hatte. Die dafür erforderliche Verlegung Klars in ein Berliner Gefängnis wurde damals abgelehnt. Ha

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