Berlin : Polizeispitze schlägt zurück: "Niveaulos" und "unanständig"

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Die Abrechnung des Berliner Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Eberhard Schönberg, mit dem ausgeschiedenen Polizeipräsidenten Hagen Saberschinsky am 25. Oktober in der Wochenzeitung "Die Zeit" hat scharfe Reaktionen der Polizeiführung provoziert. Die Mehrzahl der Reaktionen wendet sich gegen die Unterstellung des Gewerkschafters wendet, bei der Berliner Polizei handele es sich um "eine Ansammlung von uniformierten Duckmäusern".

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg Ein Polizeidirektor schickte mit seinem Protestschreiben auch gleich seinen GdP-Mitgliedsausweis zurück. Der Leitende Polizeidirektor und Leiter des Bereiches Öffentliche Sicherheit / Straßenverkehr, Michael Wilhelm, forderte die Gewerkschaft auf, einen neuen Vorsitzenden zu wählen: "Meine Mitgliedsbeiträge sind nicht dafür bestimmt, Inkompetenz ... und wider besseren Wissens vorgetragene niveaulose Unanständigkeiten meiner Berufsvertretung zu finanzieren ..." Mit einem "Pfui" reagierte der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizei, Karsten Gräfe, auf den Zeit-Artikel.

Bereits am Erscheinungstag hatte sich die Polizeispitze aus Landesschutzpolizeidirektor Gernot Piestert, dem amtierenden Leiter des Landeskriminalamtes Peter-Michael Haeberer und der frühere Stabsleiter des Polizeipräsidenten Michael Dörr in einem offenen Brief hinter den ausgeschiedenen Saberschinsky gestellt. Darin sprachen sie Schönberg die Kompetenz ab, dessen Führungsstil zu beurteilen.

Auch gewerkschaftsintern wurde Kritik an Schönberg laut. Zwar habe sich die Mehrheit des GdP-Vorstands hinter ihren Vorsitzenden gestellt, einige GdP-Mitglieder aber übten Kritik und bezeichneten den Artikel als "überzogen und beleidigend". Niemand dürfe sich über das Echo wundern, wenn man die Mitarbeiter der Polizei pauschal als "uniformierte Duckmäuser" bezeichne. Eine Äußerung, die Schönberg in seinem Manuskript nicht getan haben will. Die Schlussbemerkung ist nach seinen Angaben von der Redaktion der "Zeit" ohne Absprache eingefügt worden. Tatsächlich liegt dem Tagesspiegel ein Fax des Schönberg-Artikels vor, in dem dieser Passus nicht enthalten ist. Das Schreiben war der Redaktion zwei Tage vor Erscheinungen der Zeit-Ausgabe vom 25. Oktober übermittelt worden.

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