Berlin : Polizeivideo zu Übergriffen in Kreuzberg beschlagnahmt

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Justiz zog Verfahren an sich - Geschlagene Opfer noch unbekanntweso

Die Ermittlungen wegen der Übergriffe von sieben Polizisten in Zivil auf Passanten am frühen Morgen des 2. Mai in Kreuzberg hat die Justiz an sich gezogen. Wie berichtet, hatten zwei als verdeckte Aufklärer eingesetzte Polizisten vom Landeskriminalamt (LKA) sieben Kollegen angezeigt. Diese Beamten sollen wahllos auf ein unbeteiligt am Straßenrand stehendes Paar eingeprügelt und einem weiteren Mann in den Magen geschlagen haben.

Die angezeigten Polizeibeamten sind identifiziert. Demnächst sollen sie ihren beiden Kollegen vom LKA gegenüber gestellt werden, sagte Justizsprecherin Michaela Blume gestern. Das Ermittlungsverfahren richte sich derzeit noch gegen Unbekannt. Die angezeigten Beamten hätten eingeräumt, zum besagten Zeitpunkt an dem Ort des Vorfalls gewesen zu sein. Sie bestreiten allerdings die Vorwürfe. Außerdem gibt es laut Blume noch einige Unklarheiten in der Schilderung des Tatablaufs, wie ihn die beiden Beamten in ihrer Anzeige dargelegt hätten. Diese Widersprüche müssten noch geklärt werden.

Die Polizei, die ihre Einsätze per Video dokumentiert, hat offenbar auch Aufnahmen, die vermutlich den angezeigten Vorfall zeigen. Das Filmmaterial sei von der LKA-Dienststelle beschlagnahmt worden, die mit den Ermittlungen befasst sei, hieß es in Polizeikreisen. Danach sieht man in dem Film im Bereich Mariannenstraße/Reichenberger Straße eine Gruppe "Zivis, die angerannt kommt und die Personen zu Boden bringt", sagte ein Insider. Ob jemand festgenommen wurde, sei nicht erkennbar.

Als erschwerend für die Ermittlungen erweist sich, dass die Personalien der Opfer bisher nicht bekannt sind. Das geschlagene Paar wollte zwar bei einem uniformierten Beamten Anzeige erstatten, wurde von diesem aber an einen Abschnitt verwiesen. Ob das Paar dann noch Anzeige erstattete, das wird derzeit überprüft. Die beiden als Aufklärer eingesetzten relativ jungen Beamten hatten es ihrerseits aus bisher nicht bekannten Gründen versäumt, die vermutlich aus Westdeutschland stammenden Opfer des Polizeiübergriffs anzusprechen und sich deren Personalien geben zu lassen.Mehr zum Thema bei

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