Polizeivizepräsident Neubeck : Traumatisierte Polizisten erhalten Hilfe

Der Polizeivizepräsident Gerd Neubeck erklärt, dass es Betreuung für Polizisten nach traumatischen Erlebnissen nur gibt, wenn Betroffene es wollen.

Wie lange dauert es, bis ein Polizist, der tödliche Schüsse abgegeben hat, das Trauma überwunden hat?

Dass es zu einem Todesfall gekommen ist, ist der worst case, den man unbedingt vermeiden will. So etwas betrifft die Beamten am allermeisten und führt am häufigsten zu Traumatisierungen. Die müssen nicht sofort, die können auch nach Tagen kommen. Unsere Sozialbetreuung weiß dann, was zu tun ist, es gibt auch Polizeipfarrer. Aber wir betreuen nur, wenn das die Betroffenen wünschen.

Kommt es vor, dass betroffene Polizisten danach den Dienst aufgeben?

Ja, wir haben solche Fälle, Beamte, die nach Schusswaffengebrauch den Dienst quittieren. Wir versuchen dann, andere Dienstformen zu finden, etwa in der Verwaltung.

Glauben Sie, dass die Polizisten, die jetzt geschossen haben, wieder im Außendienst arbeiten können?

Das zu sagen ist zu früh, wir müssen abwarten, wie das die beiden verkraften. Sie sind erst einmal vom Dienst abgetreten.

Sind die Polizisten auch eine Art Opfer?

Sie haben auf jeden Fall pflichtgemäß gehandelt. Sie sind betroffen, wenn Sie wollen, gewissermaßen Opfer, aber wir sprechen von Traumatisierung.





GERD NEUBECK

ist Polizeivizepräsident. Christian van Lessen sprach mit ihm über die Folgen der Todesschüsse für die Polizisten.

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