Polizeiwache am Berliner Alexanderplatz : Wertschätzung sieht anders aus

Für die geplante Polizeiwache am Alexanderplatz ist nun ein Anbau an den Toilettenpavillon auf der Nordseite der Bahntrasse im Gespräch. Stefan Jacobs prüft den aktuellen Stand. Eine Glosse.

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Derzeit sind drei potentielle Standorte für die neue Wache am Alexanderplatz im Gespräch. Foto: dpa/ Wolfgang Kumm
Derzeit sind drei potentielle Standorte für die neue Wache am Alexanderplatz im Gespräch.Foto: dpa/ Wolfgang Kumm

Die Polizeiwache auf dem Alexanderplatz verspricht eines der großen berlinweltpolitischen Themen des 21. Jahrhunderts zu werden. Das liegt an Berlin im Allgemeinen und am Denkmalschutz im Besonderen. Letzteren hätte man dem Alex als gerade noch mal davongekommener Passant gar nicht zugetraut, aber er ist eben da und deshalb die Wache vorläufig nicht.

Die ersten Provisorien aus Frank Henkels Zeiten erinnerten optisch ja stark an Kleintransporter. Jetzt ist die Wache als Anbau an den Toilettenpavillon auf der Nordseite der Bahntrasse im Gespräch. Wertschätzung ist anders („Die Polizei sitzt gleich hinta die Klos da!“), aber mit der Toilettenremise könnte der Landeskonservator zumindest temporär leben.

Nach den bisherigen Erfahrungen mit Provisorien bleibt das Thema also unseren Enkeln erhalten, die entweder warten können, ob einer der Läden aus dem Parterre von Berolina- oder Alexanderhaus auszieht und Platz macht für die fünf geplanten Beamten, die den Platz unter Kontrolle bringen sollen. Oder sie versuchen die große Lösung und schreiben etwas Denkmalverträgliches aus – vom Kaliber der Reichstagskuppel oder der Louvre-Pyramide. Das wäre maximal transparent. Und wer im Glashaus sitzt, braucht auch keine Videoüberwachung.

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