Berlin : Polizeiwagen vor der Wache angezündet

Brandanschlag auch auf Bahn-Auto – Täter gefasst

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Die Serie nächtlicher Brandanschläge reißt nicht ab. In der Nacht zu Freitag gingen in verschiedenen Bezirken erneut Autos in Flammen auf – in Spandau sogar ein Polizeiwagen, der auf dem Parkplatz des Abschnitts in der Schmidt-Knobelsdorff- Straße stand. Das Feuer griff auch auf einen danebenstehenden Einsatzwagen über. Die Ermittlungen laufen.

Wie berichtet, steigt die Zahl der politisch motivierten Straftaten drei Wochen vor Beginn des Weltwirtschaftsgipfels in Heiligendamm an. In Kreuzberg bemerkte am Donnerstag gegen 23 Uhr ein Passant, dass am Gröbenufer ein Chrysler Voyager brannte; die Flammen griffen auf einen Ford über. Dreieinhalb Stunden später steckten in Kreuzberg Unbekannte am Paul-Lincke-Ufer einen Audi in Brand. Durch das Feuer wurden ein parkender Golf und ein Motorroller beschädigt.

Einen mutmaßlichen Brandstifter aus der Nacht zu Freitag konnte die Polizei in Prenzlauer Berg festnehmen. Um 3 Uhr soll der 25-Jährige versucht haben, in der Fritz-Riedel-Straße einen Opel Corsa der Deutschen Bahn anzuzünden. Der 25-Jährige ist dem Landeskriminalamt bekannt. Er soll der linken Szene angehören und in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen politisch motivierter Straftaten aufgefallen sein. Details dazu wollte die Polizei gestern nicht nennen.

Wie berichtet, brannte auch in der Nacht zuvor in Friedrichshain ein Chrysler, zur gleichen Zeit flogen Farbbeutel gegen eine Filiale des Kaffeerösters Tchibo. Und was gestern vielen Autofahrern am Charlottenburger Tor auffiel: Dort fehlte die riesige Werbefigur, die bislang auf dem Plakat an der Straße des 17. Juni zu sehen war. Sie wurde herausgeschnitten; Unbekannten sprühten den Slogan: „Alice goes G8“. Es entstand ein Sachschaden von 50 000 Euro. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, wurde – unter anderem von der Stiftung Denkmalschutz Berlin – eine Belohnung von 1500 Euro ausgesetzt. AG/tabu

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