Polizisten durch Böller verletzt : Gewerkschaft fordert Helme gegen Pyrotechnik

Immer häufiger werden Polizeibeamte bei Demonstrationen von extrem lauten Knallkörpern verletzt – zuletzt bei den Protesten gegen den Papstbesuch in Berlin. Jetzt will die Polizeigewerkschaft Helme mit Hörschutz einführen.

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert angesichts zunehmender Gewalt auf linksextremistischen Demonstrationen eine bessere Schutzausstattung für Beamte der Bereitschaftspolizei. Da zunehmend mit extrem lauten Böllern geworfen werde, seien neue Einsatzhelme mit einem integrierten aktiven Gehörschutz erforderlich, heißt es in einer Mitteilung der GdP. Seit dem 1. Mai dieses Jahres wurden nach Gewerkschaftsangaben 38 Polizisten durch Würfe mit Pyrotechnik durch Knalltraumata verletzt. Ein 54-jähriger Beamter müsse voraussichtlich polizeidienstunfähig pensioniert werden, hieß es. Zuletzt war bei der Demo gegen den Papstbesuch eine Beamtin aus Bremen durch einen Böller verletzt worden.

Neben illegaler Pyrotechnik („Polenböller“) wurden auch schon Sprengsätze bei Demonstrationen geworfen, erstmals vor einem Jahr in Mitte bei einer Demo gegen die Sparpolitik der Bundesregierung. Drei Beamte hatten Knalltraumata, Verbrennungen und Schnittwunden erlitten. Sichere Helme mit Gehörschutz würden nach GdP-Berechnung 2,5 Millionen Euro für die 1850 Beamten der Bereitschaftspolizei und der Direktionshundertschaften kosten.

Zudem werden nach Angaben von GdP-Chef Michael Purper zunehmend Beamte durch illegale Laserpointer an den Augen verletzt. Innerhalb der vergangenen vier Wochen waren sieben Beamte betroffen. Diese Laserstrahler werden mittlerweile ebenfalls von der autonomen Szene bei linken Demonstrationen gezielt gegen Polizisten eingesetzt. Purper forderte eine „konsequentere Strafverfolgung der Täter“.

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