Berlin : Polizisten-Mörder vom Rastplatz ist Rechtsradikaler aus Marzahn

Justiz prüft, ob D.vorige Woche auch auf den Buchhändler bei der PDS geschossen hat BERLIN/RATZEBURG (fro/-pen).Der Polizistenmörder von der Autobahn A 24, Kai D., steht in dringendem Verdacht, am Mittwoch voriger Woche in Marzahn auch auf den Buchhändler Klaus Baltruschat geschossen zu haben.Der Verdacht wurde gestern vom Lübecker Oberstaatsanwalt Günter Möller bestätigt, der am Nachmittag in einer Pressekonferenz den Mordanschlag auf die schleswig-holsteinischen Polizisten schilderte.Der 24jährige Täter Kai D.stammt aus Marzahn und ist fest in der rechtsetremistischen Szene verwurzelt.Er wohnte an der Blenheimstraße in unmittelbarer Nähe des Marzahner PDS-Büros, wo in der vorigen Woche Baltruschat niedergeschossen wurde.Offenbar hat die Lübecker Staatsanwaltschaft bereits die Patronenhülsen von beiden Tatorten vergleichen lassen.Die Berliner Staatsanwaltschaft hüllte sich aber in Schweigen. D.ist nach eigenen Angaben Mitglied der rechtsradikalen Gruppe "Weißer Arischer Widerstand" (WAA).Als Grund für die Schüsse auf zwei Polizisten auf dem Autobahnrastplatz Roseburg in Schleswig-Holstein vom Sonntagvormittag hat der Industriemechaniker "Notwehr" angegeben.Einerseits hätten die beiden Polizisten zuerst geschossen.Bei dem Schußwechsel starb ein 34 Jahre alter Beamter, sein 31 Jahre alter Kollege überlebte schwerverletzt.Andererseits, so der Verhaftete, sei er in einer "Notwehrsituation" gegenüber dem Staat. Bei einer Durchsuchung seiner Marzahner Wohnung wurde rechtsradikales Propagandamaterial gefunden.Die Berliner und die Lübecker Staatsanwaltschaft sind inzwischen dabei, ihre Erkenntnisse auszutauschen.Der erste Verdacht hatte sich schon durch die in beiden Fällen benutzte Waffe, eine Schrot-Pumpgun, ergeben.Kai D.ist wegen Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt vorbestraft.In Berlin laufen zudem Ermittlungen gegen ihn wegen Bildung einer Wehrsportgruppe.Nach den bisherigen Ermittlungen hat er das Feuer auf die Polizisten auf dem Rastplatz ohne Vorwarnung eröffnet.Laut Zeugenaussagen stieg D.aus seinem Wagen, ging zum Streifenwagen und lieferte sich mit den Beamten einen kurzen Wortwechsel.Offenbar wurde er dabei aufgefordert, seine Wagenpapiere zu holen.Stattdessen kehrte er mit dem Gewehr zurück und schoß auf den im Wagen sitzenden Beifahrer.Dieser konnte trotz seiner schweren Verletzungen, an denen er später starb, dreimal zurückfeuern.Kai D.wurde dabei ins Bein getroffen. Der Beamte auf der Fahrerseite ließ sich mit einem Oberschenkeldurchschuß aus dem Wagen fallen und flüchtete.D.wurde später in Lauenburg nach einem weiteren Schußwechsel gestellt.In seinem Wagen fanden sich rund 40 Schuß großkalibrige Munition. Sein Wagen war wegen des mitgeführten Kampfhundes bereits am Sonnabend einer Polizeistreife in der Nähe Flensburgs aufgefallen.Aber er wurde dabei nicht kontrolliert.

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