Berlin : Poller gegen Parksünder

Die Freiflächen am Hauptbahnhof werden für Autos versperrt, das Parkhaus aber besser ausgeschildert

Jörn Hasselmann,Klaus Kurpjuweit

Die illegalen Parkplätze am Hauptbahnhof sollen in den nächsten Tagen verschwinden. Die seit Eröffnung der neuen Station zum Abstellen von Autos missbrauchten Flächen werden mit Betonklötzen und Pollern versperrt, sagte gestern Petra Rohland von der Verkehrsverwaltung. Zudem soll die Ausschilderung des Parkhauses verbessert werden. Auch eine bessere Regelung für die Taxivorfahrten ist geplant.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des gestrigen Krisengesprächs zwischen Senat, Bezirk, Polizei und Bahn. Verwaltungssprecherin Rohland bestätigte den Bericht des Tagesspiegels, dass das Parkhaus der Bahn „sehr schlecht ausgeschildert“ sei. „Wir werden das sehr schnell verbessern“, kündigte die Sprecherin an. Schilder sollen bereits in größerer Entfernung vom Bahnhof auf das Parkhaus hinweisen. Am Konzept, dass Autos zum Parken fast ausschließlich in die Tiefgarage sollen, werde man festhalten. Diese stand auch gestern weitgehend leer.

Wie berichtet, waren Autos nach Eröffnung zu Hunderten auf die Freiflächen am Washingtonplatz und Europaplatz gestellt worden. Dass man hier auf Parkverbotsschilder verzichtet habe, sei ein Fehler gewesen, hieß es jetzt. Die geplanten Betonquader seien nur ein Provisorium, nach der WM werde man den Washingtonplatz mit Bäumen, Bänken und Pflaster zu einem Vorplatz umgestalten.

Für die beiden gesandeten Flächen nördlich und südlich der Station sucht die Bahn einen Investor, der dort bauen will. Der derzeit ebenfalls als Parkplatz missbrauchte Mittelstreifen der Invalidenstraße werde nicht mit Pollern versperrt. Dort sollen weiterhin Knöllchen verteilt werden. Legale oberirdische Parkplätze gibt es nur für etwa 40 Autos. Ob diese Flächen mit Parkscheinautomaten gebührenpflichtig werden, stehe noch nicht fest, sagte Mittes Wirtschaftsstadtrat Dirk Lamprecht (CDU).

Wer im Bus zum Hauptbahnhof fährt, muss zum Teil lange Wege zurücklegen, denn die Busse halten nicht direkt vorm Bahnhof. Im Norden stoppen sie weiter auf der Invalidenstraße, die bei Fahrten Richtung Westen an zwei Ampeln überquert werden muss. Im Süden liegt die Haltestelle abseits am Friedrich-List-Ufer. Wegen der auf den Vorplätzen parkenden Autos sind die Haltestellen außerdem kaum zu sehen. Hinweisschilder vor dem Bahnhof fehlen. Die BVG wollte die Busse nicht vor die Eingänge lenken, weil dies zu vielen Abbiegevorgängen geführt hätte, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Und dadurch hätte sich die Gesamtfahrzeit verlängert, was wiederum den Einsatz von mehr Fahrzeugen erfordert hätte.

Auch am neuen Bahnhof Südkreuz an der Papestraße ist der Weg von der Haltestelle der Buslinien 184 und 248 weit. Weil der Bezirk nicht rechtzeitig mit den Arbeiten an einer neuen Verbindungsstraße zwischen dem Sachsendamm und dem Werner-Voß-Damm fertig geworden ist, müssen die Busse hier einen Umweg fahren.

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