Berlin : Pommes de luxe

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VON TAG ZU TAG

Björn Seeling findet Geschmack

an Glamour und Gegrilltem

Wir Berliner sind ja bekanntlich die Kängurus unter den Metropolenbewohnern. Motto: leerer Beutel, aber trotzdem große Sprünge machen. So hoppeln wir mit Genugtuung an jedem neuen Luxusladen vorbei, aus dessen Türen ein glamouröser Schein aufs märzengraue Berliner Pflaster fällt. Nicht schlecht, denken wir, Louis Vuitton ist in die Friedrichstraße gezogen. Und hat gleich zwei Etagen für seine französischen Luxusträume gemietet. So schlecht kann es doch also gar nicht um Berlin stehen. Ein wenig müchnerisch wird uns sogar zumute, wenn wir an den schicken Auslagen vorüberhüpfen und an die fleißigen Kunden denken, die mit doppelstöckigem Budget unsere Stadt nach vorne shoppen werden.

Da springen wir doch gleich noch mal so gern rüber in den neuen McDonald’s, der am Tauentzien sogar auf vier Etagen Pommes und Burger verkaufen wird. Und verdrängen die plötzliche Erkenntnis, dass Berlin wohl doch eher Hauptstadt der Pommes als Hauptstadt des Luxus ist. Doch halt: Es reicht wieder nur für den Platz zwei. Nur in München sind die McDonald’s noch größer.

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