• Pony Hütchen übernimmt die Regie PAROLE EMIL:WIE AUS EINER BERLINER LOKALGESCHICHTE EIN WELTERFOLG WURDE

Berlin : Pony Hütchen übernimmt die Regie PAROLE EMIL:WIE AUS EINER BERLINER LOKALGESCHICHTE EIN WELTERFOLG WURDE

Sieben Mal wurde Erich Kästners berühmtestes Buch verfilmt – sogar in Japan und Brasilien

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Die Emanzipation des Frauengeschlechts ist nicht mehr länger aufzuhalten: In der ersten Verfilmung von „Emil und die Detektive“ (1931) ist Emils Kusine Pony Hütchen zwar nicht auf den Mund gefallen, aber an sie als Anführerin der Rasselbande ist natürlich nicht zu denken. Ganz anders im letzten „Emil“Film, der vor drei Jahren in die Kinos kam, unter der Regie von Franziska Buch, mit Kai Wiesinger, Jürgen Vogel, Maria Schrader und dem jungen Tobias Retzlaff in den Hauptrollen: Selbstverständlich hat Pony (Anja Sommavilla) in der Bande das Sagen, und Gustav mit der Hupe spielt nur noch die zweite Geige. Auch ein türkischer Breakdancer ist dabei, wir befinden uns schließlich in der Berliner Gegenwart. Daher wird Emil zwar wieder nur von einem Elternteil erzogen, aber nicht länger von der verwitweten Mutter, sondern dem arbeitslosen Vater.

Der Versuch, den Roman für die Leinwand der jeweiligen Gegenwart anzupassen, ist nicht neu. Schon in der vorletzten Verfilmung, 1964 für den Disney-Konzern entstanden, war die Handlung nach West-Berlin verlegt worden. Die jugendlichen Darsteller des US-Films hatte man unter Familien der amerikanischen Garnison in West-Berlin ausgesucht, die Stadt liegt im Film noch immer in Trümmern. Wie Emil schlafend im Bus durch die Grenzkontrollen kommt, bleibt rätselhaft. Schon 1954 hatte sich R. A. Stemmle in der zweiten deutschen „Emil“-Verfilmung um solche Kleinigkeiten nicht gekümmert.

Insgesamt ist Kästners Stoff sieben Mal verfilmt worden. Bereits 1935 gab es ein Remake des Ur-„Emils“ in England, eine ziemlich getreue Adaption, erneut auf Grundlage des Wilder-Drehbuchs. Zudem entstanden 1956 eine japanische Version – der Film lief sogar bei den Filmfestspielen in Venedig – und 1958 eine brasilianische.

In restaurierter Bild- und Tonqualität gibt es den Lamprecht-Film von 1931 mittlerweile auf DVD (BMG), ergänzt um die Stemmle-Version von 1954. ac

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