Berlin : Popkomm mit Konzerten in der Deutschlandhalle

Henrik Mortsiefer

Eine Legende wird wiederbelebt – für ein paar Nächte. In der Deutschlandhalle, seit sieben Jahren für Musikkonzerte geschlossen, wird am 28. September die Musikmesse Popkomm eingeläutet. Es spielen auf: Die Fantastischen Vier, Gentleman, Fünf Sterne Deluxe, Max Herre und Clueso. Bis zum 1. Oktober sollen weitere Konzerte den denkmalgeschützten Bau beschallen. Danach ist wieder Eiszeit: Seit 2001 dient die Halle den Berlin Capitals als Quartier.

Die von Köln nach Berlin umgezogene Popkomm findet zum ersten Mal in den Messehallen unterm Funkturm statt. Die Veranstalter geben sich Mühe, die Messe zu einem Event werden zu lassen. „Der Magnetismus der Popkomm funktioniert wieder“, teilten sie mit. Dass die Deutschlandhalle, in der schon die Rolling Stones, Queen oder The Who zu Gast waren, in das Programm einbezogen wurde, darf dabei als Erinnerung an bessere Zeiten gewertet werden. „2004 wird vielleicht das schwierigste Jahr in der Geschichte der Musikwirtschaft“, sagte Ralf Kleinhenz, Geschäftsführer der Popkomm GmbH. CD-Raubkopien, Internetpiraterie, Umsatzeinbrüche – in der Branche will das Klagen kein Ende nehmen. Da freut es die Popkomm-Macher, dass schon 585 Aussteller aus 40 Ländern ihre Teilnahme zugesagt haben. 650 sollen es zum Messeauftakt sein. Darunter auch Adidas und Vodafone sowie die Majors Universal, Sony und Warner. BMG und EMI fehlen. „Aus Kostengründen“, wie es heißt. Auch mit dem Computerkonzern Apple, Anbieter der erfolgreichen Internetmusikplattform iTunes, wird noch verhandelt. Der Anteil der ausländischen Aussteller liegt bei 77 Prozent. Partnerland ist Frankreich, das mit 40 Agenturen und Labels vertreten sein wird.

Obwohl die Messe selbst nur dem Fachpublikum zugänglich ist – erwartet werden zwischen 12000 und 15000 Besucher – können die Berliner mitfeiern (www.popkomm.de). Zwar wird es keine Kopie des Ringfestes geben, das parallel zur Kölner Popkomm Tausende Musikfans anzog. Zahlreiche Partys und Konzerte sollen aber nach den Plänen der Messeveranstalter Berlin drei Tage lang zur Hauptstadt der Musik machen. „So viele hochkarätige Live-Acts in einer Woche hat selbst die Club-Stadt Berlin noch nicht erlebt“, freut sich Ralf Kleinhenz. 34 Clubs zählen zu den offiziellen Popkomm-Partnern.

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