• Popstars und Topkicker: Riesenparty fürs Olympiastadion Ende Juli 2004 wird die fertige WM-Arena drei Tage gefeiert. Im Gespräch sind Robbie Williams und Real Madrid

Berlin : Popstars und Topkicker: Riesenparty fürs Olympiastadion Ende Juli 2004 wird die fertige WM-Arena drei Tage gefeiert. Im Gespräch sind Robbie Williams und Real Madrid

André Görke

In der Westkurve des Olympiastadions sitzen zum Glück die Gästefans – und die sollen ihre Auswärtssiege bei Hertha BSC ruhig noch eine Weile im Regen feiern. Zumindest bis zum nächsten Sommer. Dann wird auch dieser Bauabschnitt fertig sein – und somit das komplette Berliner Olympiastadion. Nach vier Jahren Umbaustress soll dann entsprechend groß gefeiert werden. Das Konzept dafür steht: Am letzten Wochenende im Juli kommenden Jahres (30. und 31.) sowie am darauffolgenden 1. August wird das Stadion zum Partygelände. Im Mittelpunkt stehen das Konzert eines Musikstars sowie ein Fußballspiel zwischen Hertha BSC und einer europäischen Spitzenmannschaft.

Aus Kreisen des Berliner Senats ist zu hören, dass Hertha gegen „ein Topteam vom Kaliber Real Madrid, Manchester United oder Bayern München“ spielen werde. Es müsse „ein Fußballfest“ in einem ausverkauften Stadion werden. Für Hertha wäre das Freundschaftsspiel das letzte vor der neuen Bundesligasaison, die eine Woche später beginnt.

Das Konzert (vermutlich am ersten Veranstaltungstag) werde nicht minder spektakulär. Das kündigt schon mal Alexander Görbing an, der Sprecher der Walter Bau AG. Das Augsburger Unternehmen gehört neben Hertha und dem Land Berlin zu den Stadionbetreibern. „Wir haben ein Fünf-Sterne-Stadion, und dementsprechend werden auch die Auftritte der Stars ausfallen.“ Die Kosten der Party sollen bis zu zwei Millionen Euro betragen, erzählen Insider. Die Ausschreibung für Veranstaltungsagenturen laufen noch, im Frühjahr sollen die Details verraten werden. Eins ist aber klar: Um das Stadion mit seinen 75 000 Plätzen rundum zu füllen, müssten schon Branchengrößen wie Robbie Williams oder Herbert Grönemeyer ran.

Zuletzt war den Betreibern vorgeworfen worden, dass durch die verzögerte Einstellung eines Stadionmanagers viele Konzerte in andere Städte vergeben worden seien. Ingo Schiller, der Geschäftsführer des Olympiastadions und von Hertha, hält dagegen: „Wir planen nicht nach einem Jahres-, sondern einem Saisonkalender. Und die Saison beginnt im Sommer.“ Der neue Manager soll im Januar seine Arbeit aufnehmen, am Montag wird er vorgestellt. „Wir sind auch bisher handlungsfähig gewesen“, sagt Schiller, den Betreibern lägen „mehrere Anfragen“ vor.

Bis zur Eröffnungsfeier, in deren Planungen auch ein Tag der offenen Tür auf dem gesamten Olympiagelände vorgesehen ist, werden die letzten Bauarbeiten im Stadion ausgeführt. Etwa 40 000 Menschen haben derzeit ein Dach über dem Kopf. Wenn die Haupttribüne fertig gestellt ist, können im Frühjahr auch die Stützen in Richtung Westkurve weitergebaut werden. „Die Arbeiten laufen nach Plan“, sagt Walter-Bau-Sprecher Görbing, – das hört auch die Fifa als Veranstalter der Fußball-WM 2006 gerne.

In 911 Tagen wird die WM angepfiffen, heute findet in Mitte für 200 Gäste (darunter Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit) schon mal eine Fußball-Party statt: der „WM-Countdown“. Vielleicht können die Berliner ihre Nationalelf schon früher sehen als 2006. Im September 2004 ist noch ein Termin frei, also kurz nach der Fertigstellung des Stadions. Und mit etwas Glück wird 2005 sogar eines der Endspiele im Uefa-Cup oder der Champions League ausgetragen. Berlin hat sich beworben.

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