Berlin : Porzellan und Ikebana

Heute öffnet der „Import Shop Berlin“ Unterm Funkturm gibt es Waren aus aller Welt

Judith Jenner

Wenn Yafang Qi von ihren Porzellanschalen spricht, klingt das wie Poesie. „Dünn wie Papier, weiß wie Jade, ein Klang wie Musik. Sie glänzen wie Großvaters Augen, tief und mild.“ Die mit Blumen und Kalligrafie verzierten Vasen und Schüsseln der in Berlin lebenden Chinesin kann man von heute an auf der „Import Shop Berlin“ auf dem Messegelände ansehen und kaufen. 500 Aussteller aus 61 Ländern bieten bis zum 13. November Kunsthandwerk, Textilien und Essen aus ihrer Heimat an.

„Wichtiger als bei anderen Publikums- und Fachbesuchermessen ist die Atmosphäre“, sagt Messedirektor Stefan Grave. Die entsteht durch zahlreiche Aktionen zwischen den Verkaufsständen. Im afrikanischen Dorf flicht Hadja Kitagbe Kaba aus Guinea den Besuchern für drei Euro bunte Zöpfe ins Haar. Künstlern und Handwerkern kann man beim Ziehen von Kerzen, Filzen oder Schnitzen zusehen.

In Halle 12 „Asiatische Lebensart“ ist der Go-Verband Berlin zu Gast. Die Mitglieder zeigen das „meistgespielte Spiel der Welt“, erlernbar in nur fünf Minuten. Der ehemalige Zahnarzt Wolfgang Hess hat in Zen-Klöstern das Handwerk der japanischen Gartenarchitektur erlernt. Mit Bonsais und Ikebana-Gestecken gestaltet er in Halle12 einen asiatischen Garten. „Hier müssen die Götter wohnen“, sage man in Japan über die zarten Miniaturlandschaften. „Deshalb möchte jeder möglichst einen solchen Garten zu Hause haben.“

Weil 80 Prozent der Messebesucher auf der „Import Shop Berlin“ Geschenke für die kommenden Festtage kaufen, darf ein zehn Meter hoher Weihnachtsbaum nicht fehlen. Verschiedene Künstler haben Adventskränze gebastelt. Gegen den Messestress helfen die Angebote in Halle 11.1. Unter dem Motto „Natural Living – Die Wellness-Oase“ verhelfen Heilpraktiker und Physiotherapeuten zu mehr Wohlbefinden. Man kann sich eine Fußreflexzonenmassage geben lassen und ergonomische Sitzmöbel ausprobieren.

Über das harte Leben ihrer Altersgenossen in Entwicklungsländern informiert das Projekt „Was braucht der Mensch“ Schüler ab der dritten Klasse. Am Wochenende gibt es noch freie Plätze für Gruppen (Anmeldung unter Tel. 44 95 997).

Import Shop Berlin, 9.–13. November, tägl. 10–19 Uhr, Freitag bis 21 Uhr, Eintritt 9, erm. 6,50 Euro

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