Berlin : Post beschert neue Nachtflüge für Tegel oder Schönefeld

Klaus Kurpjuweit

Tausende Flughafen-Anwohner werden künftig noch öfter aus dem Schlaf gerissen werden – ob in Tegel oder in Schönefeld, ist noch nicht entschieden. Schuld hat die Post, die ihr Nachtflugnetz neu organisiert, und dafür zwei zusätzliche Flüge aus Berlin braucht. Beworben haben sich dafür dem Vernehmen nach die dba für Flüge ab Tegel und Germanwings für Flüge ab Schönefeld. Die Post lehnte eine Stellungnahme mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen ab.

Der Konzern gibt sein bisheriges Nachtflugkonzept Ende März auf. Statt die Flüge auf Frankfurt/Main zu konzentrieren, setzt man dann auf Direktflüge – und auf die Straße. Während das Drehkreuz Frankfurt entlastet wird, wo die Zahl der Nachtflüge von zwölf auf vier zurückgehen wird, gibt es von und nach Berlin mehr Flüge. Erhalten bleibt die Verbindung von Tegel nach Frankfurt. Neu hinzu kommen Flüge nach Stuttgart und München. Der bisherige Flug ab Schönefeld nach Köln wird aufgegeben; hier lässt die Post in Zukunft die Briefe per Lastwagen über die Autobahn transportieren.

Die Flughafengesellschaft, die sich auch nicht äußern will, hat Tagesspiegel- Informationen zufolge versucht, die neuen Flüge nach Schönefeld zu leiten. Dort sind weniger Anwohner vom Lärm betroffen als in Tegel, wo die Anwohner bereits unter dem Krach von Linienmaschinen leiden, die zwischen 23 Uhr und 24 Uhr landen. Doch die Entscheidung kann die Post alleine treffen. Auch die Stadtentwicklungsverwaltung kann nicht eingreifen. Postflüge sind nicht genehmigungspflichtig.

Die Post teilte lediglich mit, dass sie europaweit 13 Gesellschaften zu einem Angebot aufgefordert hatte. Fünf haben ein Angebot eingereicht. Das Angebot von dba für Flüge ab Tegel soll günstiger sein, weil ab Schönefeld zusätzliche Leerflüge erforderlich seien.

In Zukunft soll die Zahl der Nachtflüge bundesweit reduziert werden. Berliner Flughafenanwohner werden davon aber kaum profitieren, denn bei Entfernungen unter 500 Kilometer ist der Transport auf der Straße günstiger als durch die Luft. Deshalb werden die Sendungen von und nach Köln gefahren. Dabei treffen sich die Lastwagen ungefähr auf halber Strecke auf der Autobahn und tauschen ihre Anhänger aus. Auch beim Straßentransport sei sichergestellt, dass die Briefe am nächsten Tag ihre Empfänger erreichen, heißt es bei der Post.

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