Berlin : Poststreik: Viele Briefe blieben liegen Sendungen sollen heute nachgeliefert werden

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Hunderttausende Briefe, Päckchen und Pakete konnten gestern in Berlin nicht bearbeitet und zugestellt werden. Die Gewerkschaft Verdi hatte in der Nacht rund 180 Beschäftigte der Postverteilzentren und am Vormittag 200 Brief und Paketzusteller zu einem Warnstreik aufgerufen. In den Postfilialen hingegen wurde regulär gearbeitet. Nach Angaben der Post sollen die Rückstände heute aufgearbeitet und zugestellt sein. Sollten die Tarifverhandlungen in der nächsten Woche erfolglos bleiben, droht Verdi mit einem Arbeitskampf. Sowohl die Gewerkschaft als auch die Post betonen aber, am Verhandlungstisch zu einem Ergebnis kommen zu wollen.

„Der Großteil der Sendungen hat trotz des Streiks am Donnerstag die Empfänger erreicht“, sagte Postsprecherin Barbara Scheil. Rund vier Millionen Briefe und Pakete bearbeitet die Post in der Region pro Tag. Gegen 3.30 Uhr begannen die bis zum Schichtende befristeten Arbeitsniederlegungen in den Verteilzentren in Berlin-Zentrum und in Stahnsdorf. Die Briefsortierung für Charlottenburg, Wilmersdorf, Mitte, Kreuzberg und Zehlendorf wurde bis zum Beginn der nächsten Schicht unterbrochen. Später beteiligten sich Zusteller aus Reinickendorf, Neukölln und Tempelhof an der Streikaktion. Nach Angaben Verdis sind rund 80 Prozent der 12 000 Postbeschäftigten in der Region gewerkschaftlich organisiert. Die Gewerkschaft kann somit von einer hohen Beteiligung am Warnstreik ausgehen. Sie informiert deswegen die Beschäftigten erst unmittelbar vor Beginn der Aktion, damit die Post nicht rechtzeitig reagieren kann – etwa durch den Einsatz von Beamten oder anderen Firmen.

Mit den Aktionen will Verdi die Arbeitgeber zwingen, bei der nächsten Verhandlungsrunde am 1. Juni i ein Angebot vorzulegen. Die Gewerkschaft fordert vier Prozent mehr Gehalt. Die Post AG erziele wirtschaftlich hervorragende Ergebnisse, da könnten die Beschäftigten vier Prozent mehr Lohn verlangen. sik

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