Potsdam : 2.500 Demonstranten gegen Neonazis erwartet

Potsdams Bürgermeister Jann Jakobs geht von wenigstens 2.500 Teilnehmern aus, die gegen einen Neonazi-Aufmarsch am Samstag demonstrieren werden. Man wolle ein Zeichen für Toleranz und Gewaltfreiheit setzen, sagte Jakobs.

Potsdam - Potsdams Bürger wollen an diesem Samstag (5.11.) ein Zeichen gegen den geplanten Neonazi-Aufmarsch in der Innenstadt setzen. Um 11.00 Uhr soll auf dem Luisenplatz ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden, dem sich gegen 12.00 Uhr eine Kundgebung anschließt. Für den Nachmittag sind weitere Aktionen geplant. Er hoffe auf wenigstens 2.500 Teilnehmer, sagte Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Donnerstag vor Journalisten.

Der Aufmarsch der Rechtsextremisten um den Hamburger Christian Worch soll um 12.00 vor dem Bahnhof Charlottenhof beginnen. Über die Zeppelin- und die Breite Straße wollen die Neonazis dann in Richtung Hauptbahnhof ziehen. Dagegen hat sich ein Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Dutzenden weiteren Gruppierungen formiert. Die Initiative steht unter dem Motto «Potsdam bekennt Farbe! Gemeinsam für Toleranz, Gewaltfreiheit und ein friedliches Miteinander».

Jakobs sagte, die Rechten hätten in Potsdam immer wieder versucht, Fuß zu fassen. «Sie sind damit aber auf keinerlei Akzeptanz gestoßen.» Es gehe auch dieses Mal darum, «ein deutlichen Zeichen zu setzen, dass für Rechte kein Platz ist in unserer Stadt.»

Neben der zentralen Kundgebung sind weitere Proteste gegen die Neonazis geplant, darunter von den Bündnisgrünen, die eine Straßenecke besetzen wollen. «Falls die Polizei den Rechten den geplanten Zug verbietet, hätten wir auf diese Weise eine mögliche Ausweichroute versperrt», erläuterte das Kreisvorstandsmitglied Marie-Luise von Halem.

Auch mehrere Antifa-Gruppen haben Kundgebungen angemeldet. Die «AG Antifaschismus» will sich den Neonazis direkt am Bahnhof Charlottenhof in den Weg stellen, wogegen die Polizei aber Bedenken geäußert hat. Das Verwaltungsgericht Potsdam will an diesem Freitag in der Sache entschieden. Im vergangenen Jahr war es am Rande des Neonazi-Aufmarsches zu Ausschreitungen linker Extremisten gekommen. (tso/dpa)

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