• Potsdam droht erneut Ärger mit der Unesco Welterbehüter besorgt wegen Marina-Projekts

Berlin : Potsdam droht erneut Ärger mit der Unesco Welterbehüter besorgt wegen Marina-Projekts

Potsdam - Potsdam hat erneut Ärger mit den Welterbehütern: Die Deutsche Unesco-Kommission hat sich in den Konflikt um den Wiederaufbau der Königlichen Matrosenstation Kongsnaes nahe der Glienicker Brücke eingeschaltet. Präsident Walter Hirche fordert in einem Schreiben vom Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) eine Stellungnahme zu den „offenbar geplanten Bebauungen im sensiblen Bereich des Weltkulturerbes am Ufer“. Hirche befürchtet „mögliche Beeinträchtigungen“ durch „unproportionale Baulichkeiten an Land oder großdimensionierte Steganlagen“. Er erwähnt auch die „Verkehrsfrage“, die bei „anderen Unesco-Welterbestätten (...) immer eine Rolle gespielt“ habe. Zuletzt geschah das in Dresden, das wegen der neuen Elbbrücke den Welterbetitel verlor.

Das Schreiben von Hirche, der nach 1990 FDP-Wirtschaftsminister in Brandenburg war, markiert einen neuen Höhepunkt im Konflikt. Die Pläne des Investors Michael Linckersdorff, der am Ufer des Jungfernsees unter anderem ein Ausflugsrestaurant samt Bootsanlegern plant, sind umstritten. So wehrt sich eine Anwohnerinitiative gegen die „Kommerzialisierung des Welterbes“. Frühere Baugenehmigungen musste die Stadt nach einem Hinweis des Verwaltungsgerichtes auf schwere Mängel zurückziehen, neue sind noch nicht erteilt. Linckersdorff versichert, dass das Welterbe durch sein Vorhaben nicht beeinträchtigt, Sichtachsen nicht behindert würden: Er stelle das Welterbe erst wieder her.

Doch wird die Unesco selbst aus der Stadt alarmiert. Zwar regiert die CDU im Rathaus mit, doch wandte sich jetzt die CDU-Bundestagsabgeordnete und Kreischefin Katherina Reiche aus „Sorge“ mit der Bitte an Hirche, „uns dabei zu unterstützen, eine weitere Sünde zu verhindern“. Und dem Stadtparlament ist das bisherige Vorhaben nicht geheuer. Gegen den Willen der Rathausspitze beschloss es am Mittwoch die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal, um selbst Einfluss nehmen zu können. Jakobs will den Beschluss beanstanden. SCH/thm

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar