Potsdam : Kein Empfang im Stadtschloss: Funkloch unterm Kupferdach

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Probleme beim Bau. Ohne Pannen geht es auch beim Stadtschloss nicht.
Probleme beim Bau. Ohne Pannen geht es auch beim Stadtschloss nicht.Foto: dapd

Potsdam - Beim Aufbau des Potsdamer Stadtschlosses als Landtagssitz tauchen ständig neue Probleme auf. Ganz aktuell bereitet etwa das vom Mäzen Hasso Plattner nach seiner 20-Millionen-Spende für die Fassade zusätzlich spendierte Kupferdach Kopfzerbrechen. Zwar war der Jubel darüber in Potsdam groß. Doch unter dem Kupferdach droht wegen des Abschirmeffekts nun ein Funkloch. Abgeordnete und Minister könnten womöglich nicht mit ihren Handys telefonieren, wären womöglich nicht erreichbar, wenn das Gebäude nicht mit Zusatztechnik nachgerüstet wird. Gemeinsam mit der Baufirma BAM geht das Finanzministerium der Problematik derzeit nach. „Das Problem wird bei der derzeit noch laufenden Umplanung für das Kupferdach unter die Lupe genommen und gelöst werden“, sagte Sprecherin Ingrid Mattern am Montag auf Anfrage. „Natürlich wird man überall im neuen Landtag mobil telefonieren können.“ Für Hasso Plattner könnte es freilich noch teurer werden.

Nach heftigen Debatten in der Stadt hatte er kurz vor dem Richtfest im November 2011 eine nicht bezifferte Pauschalzusage für das Kupferdach – das geplante billigere Titanzink-Dach war schon bestellt und geliefert – gegeben.Damals gingen alle von 1,6 Millionen Euro aus. Dass das nicht reicht, geht nun aus einer aktuellen Antwort des Finanzministeriums auf eine kleine Anfrage der CDU hervor: „Die Mehrkosten betragen aktuell 1,75 Millionen Euro und beinhalten auch notwendige Dachprovisorien, um die geplante Ausführung der Ausbauarbeiten nicht zu verzögern“, heißt es. Die Kosten seien von der BAM ermittelt. Das Land geht davon aus, dass Plattner dafür aufkommt. Indirekt bestätigt das Finanzministerium in der Antwort aber auch, dass die Baufirma BAM wegen der späten Umplanung zusätzliche Ansprüche geltend macht. Je weiter der Bau voranschreitet, desto mehr Probleme und Pannen tauchen auf.

So ist dem Vernehmen nach die Fernsehübertragung der Landtagswahl 2014, der ersten nach Einweihung des Parlaments, gefährdet. Der Alte Markt mit dem Kopfsteinpflaster ist nicht für die schweren Lastkraftwagen der Sendeanstalten zugelassen.

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