Potsdamer Platz : Aufregung um verschwundene Teile der Berliner Mauer

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung hat einem Zeitungsbericht zufolge ein etwa 18 Meter langes Mauerstück im Zentrum der Stadt in den vergangenen Tagen abtragen und einlagern lassen.

Berlin - Nach Angaben eines Sprechers der Behörde, Andreas Kübler, mussten die Teile weichen, weil auf dem Gelände an der Stresemannstraße das neue Bundesumweltministerium gebaut wird. Die Pläne sehen demnach vor, dass die Segmente in den Neubau integriert werden. Sie werden später genau dort aufgestellt, wo sie ursprünglich standen, wie Kübler der "Berliner Zeitung" sagte. Wenn der Bau fertig ist - voraussichtlich Ende 2008 - sollen die Mauerreste auch für Passanten sichtbar sein.

Um den Standort und die Eigentumsrechte an den Mauerteilen wird seit Jahren gestritten. Erich Stanke, ein Krefelder Kaufmann, der sich als rechtmäßiger Eigentümer der Mauerreste betrachtet, kritisierte am Freitag die Entfernung der Teile. Er sprach von einer "Nacht- und Nebelaktion". Dem widersprach Kübler: Das Vorhaben sei lange angekündigt gewesen und entsprechend der Bauplanung erfolgt. Stanke hatte in früheren Verfahren unter anderem vor dem Landgericht Berlin glaubhaft machen können, dass DDR-Grenzer ihm kurz nach der Wende 39 Mauersegmente zum Eigentum übertragen haben.

Am Potsdamer Platz stehen noch drei originale Mauer-Segmente auf der einstigen Sektorengrenze. Die von diversen Künstlern und Hobby-Zeichnern bemalten Teile werden seit Jahren gern von Berlin- Touristen als Hintergrundkulisse für Fotos und Filme genutzt. Viele Touristen beklagen, dass der Senat zu wenig Erinnerungsstücke an die Berliner Mauer und die Geschichte der Stadt übrig gelassen habe. (tso/dpa)

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