Potsdamer Platz : Der Wintermarkt eröffnet an einem Herbsttag

In der "Winterwelt" am Potsdamer Platz begann bereits am Freitag die Rodelsaison. Auch die Eröffnung der Weihnachtsmärkte rückt näher.

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Alle Jahre wieder bringt die Schneekanone Winterstimmung an den Potsdamer Platz. Am gestrigen Freitag begann die Rodelsaison. Foto: dpa
Alle Jahre wieder bringt die Schneekanone Winterstimmung an den Potsdamer Platz. Am gestrigen Freitag begann die Rodelsaison.Foto: dpa

Der Winter riecht am Potsdamer Platz nach Bratwurst. Am frühen Abend haben die Schausteller ihre Holzbuden aufgeschlossen, den Wintermarkt eröffnet, jetzt schieben sich Touristen durch die Gänge, die Hände tief in den Taschen vergraben. Sie gehen vorbei an der Rodelbahn, wo Eltern ihre Schultern aneinander drücken, während sie sehen, wir ihre Kinder sich die Kunstschneepiste hinabschieben. Wenn ein Reifen gegen die Ballustrade knallt, rufen sie "Oh" und "Ah" und applaudieren.

Andere Marktplätze der Stadt bleiben an diesem Freitagabend still. Egal ob an der Gedächtniskirche, auf dem Alexanderplatz oder dem Gendarmenmarkt, das Gros der 82 Berliner Weihnachtsmärkte wird erst am 21. November geöffnet. Dem Tag nach Totensonntag. Denn da gedenken die evangelischen Kirchen den Verstorbenen. Bis dahin warten die Schausteller. Aber nicht überall. In der Dahlemer Altensteinstraße eröffnet schon wenige Tage vorher der Weihnachtsmarkt der Königlichen Gartenakademie. Laut ist es dort nicht, es werden Bäume und Pflanzen verkauft.

Aus den Boxen am Potsdamer Platz dröhnt Musik. Die Kastelruther Spatzen singen, "Gott hatte einen Traum und dann erschuf er dich." An einer Bude hängen Herzen, auf denen steht: "Ich liebe dich". Ein paar Meter weiter kauft eine Touristin ein Glas Glühwein - ohne Inhalt. Die Verkäuferin sagt, "es ist verwirrend". Ob es bisher ein guter Tag war? Das weiß ich erst, wenn Feierabend ist.

Eine Frau und ein Mann klettern aus der Rodelbahn. Ricarda, 28, hatte vorher  recherchiert, wo  ein Weihnachtsmarkt ist. Sie fand den Wintermarkt am Potsdamer Platz. Mit Kristof steht sie unterhalb des Kunstschneebergs. Den hatte sie Jahr für Jahr gesehen, wenn sie zur Arbeit fuhr, jetzt rutschte sie zum ersten Mal hinab. "Ich mag es, wenn draußen kalt ist und wir warmes trinken", sagt Ricarda. Lumumba und Glühwein will sie später trinken, vorher etwas essen. Und davon gibt es viel. Matjesbrötchen (3,50 Euro) oder Kartoffelsuppe (4 Euro). Bis Anfang Januar werden die Buden jeden Tag um zehn Uhr aufgesperrt. Sie schließen um Mitternacht. Dann wissen sie auch am Glühweinstand, es war ein guter Tag - oder nicht.

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