Potsdamer Platz : "Star Trek Into Darkness" feiert Deutschland-Premiere

Die Enterprise landet am Potsdamer Platz – zumindest die Crew von Captain Kirk, Spock, Scotty und Co. Schauspieler und Regisseur J. J. Abrams stellten am Montag vor verkleideten Fans den neuen Star-Trek-Film „Into Darkness“ vor.

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Regisseur J. J. Abrams auf dem roten Teppich am Potsdamer Platz
Regisseur J. J. Abrams auf dem roten Teppich am Potsdamer PlatzFoto: dpa

Was hat man anlässlich von Filmpremieren nicht schon alles an Kulissen und Requisiten unterm Sony-Zeltdach gesehen: Spider-Man, das Trojanische Pferd, den Dreidecker des Roten Barons, Bonds Aston Martin. Und nun, nein, leider nicht die komplette U.S.S. Enterprise, obwohl das angesichts der langen Zeit für den Bühnenaufbau zur Deutschlandpremiere von „Star Trek Into Darkness“ am Montagabend sicher auch möglich gewesen wäre. Seit Donnerstag vergangener Woche wurde herumgewerkelt, es blieb aber bei drei halbrund geschwungenen weißen Wänden, Konzertmuscheln in Kurorten nicht unähnlich, wenngleich oben abgeschnitten. Eine der kleineren Außenmuscheln war nur mehrfach mit dem Filmtitel dekoriert, hier interviewten abends die Moderatoren Steven Gaetjen und Sara Nuru prominente Gäste in Serie. Das mittlere Halbrund zeigte die Skyline von San Francisco im 23. Jahrhundert, die im Film nicht ganz unbeschadet bleibt, die dem Eingang zum Cinestar zugewandte Muschel aber ausgerechnet die Haftzelle der „Enterprise“. Der rote Teppich übrigens war schwarz, das wird am Filmtitel gelegen haben. Schon am frühen Nachmittag hatten sich scharenweise Fans an den Absperrungen versammelt, einige schick gemacht in nachgeschneiderten Sternenflotten-Uniformen oder auch als Klingonen, aber selbst in Zivil waschechte Trekkies, die, zuletzt eine respektable Menge, dem Erscheinen ihrer Stars entgegenfieberten: Chris Pine alias Captain Kirk, Zachary Quinto (Mr. Spock), Zoë Saldana (Uhura). Simon Pegg (Scotty), Alice Eve (neu an Bord: Carol Marcus) und Regisseur J. J. Abrams, der schon bei „Star Trek“ (2009) Regie geführt hatte und nun bei „Star Wars“ einsteigt. Schon am Sonntag hatten er und seine Raumpatrouillen-Crew sich ausgiebig fotografieren lassen, oben auf der Terrasse des China Clubs. Am Montagnachmittag ging der Medienrummel im Adlon weiter, in Interviewrunden und zuvor mit einer Pressekonferenz, bei der als Neuzugang zunächst Alice Eve versichern durfte, eine wie große Ehre es für sie doch gewesen sei, an dem Film mitwirken zu dürfen. Ohnehin waren alle furchtbar nett zueinander und besonders zum Regisseur, der sich kaum zu retten wusste vor lauter Lobpreisungen, die von rechts und links auf ihn niederprasselten. Seine „Liebe zur Magie des Kinos“ pries Chris Pine, seinen „great respect for the audience“ Alice Eve. Erst Scotty, Pardon, Simon Pegg, holte alle mit einem kleinen Scherz auf den Erdboden zurück, und die Lobeshymnen endeten in Gekicher. Zum Respekt vor dem Publikum äußerte sich auch Abrams selbst. Sein „Star Trek“-Film richte sich allgemein an Kinogänger, nicht an die „Star Trek“-Fans allein. Er respektiere es zwar, wenn diese nur das Original akzeptierten und jede Änderung verdammten, aber für sich selbst, machte er deutlich, nimmt er doch mehr Freiheit in Anspruch. Beispielsweise werde die persönliche Beziehung zwischen Captain Kirk und Mr. Spock wohl überraschen, sagte Zachary Quinto, doch gerade darin sieht er das Spannende im Verhältnis der beiden. Jeder der beiden habe seine feste Sicht der Dinge, hier der sehr emotionale Kirk, dort der sehr rationale Spock, aber sie lernten voneinander – und sie retteten sich gegenseitig. 2009 war Abrams mit seiner Crew ebenfalls am Potsdamer Platz gelandet, und auch früher schon hatte die Enterprise in Berlin Station gemacht. 1995, bei „Star Trek – Treffen der Generationen“, war der Zoo-Palast ihr Landeplatz, Captain Kirk wurde damals noch von William Shatner gespielt, aber Patrick Stewart als neuer Commander war auch dabei. Der trug bekanntlich Glatze, was bei der Mitternachtspremiere von „Star Trek – Der Aufstand“ 1998 drei Kinos auf die Idee brachte, „allen Personen, die wie Captain Piccard über kein Haupthaar verfügen, freien Eintritt zu gewähren“. Für Mr. Spock war das sicher „interessant“.

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