Potsdams neues Bad : Das Wasser im "blu" plätschert schon

Anfang Juni soll Potsdams neues Sport- und Freizeitbad eröffnet werden - ein halbes Jahr später als geplant.

Marco Zschieck
Das Wasser wartet schon. Seit Dienstag ist das Becken gefüllt.
Das Wasser wartet schon. Seit Dienstag ist das Becken gefüllt.Foto: Manfred Thomas

Bis zum 7. Juni muss man noch warten, dann können die ersten zahlenden Gäste das neue Sport- und Freizeitbad blu benutzen. Am Vorabend soll der 40-Millionen-Euro-Bau am Brauhausberg von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) feierlich eröffnet werden. Damit startet der Badebetrieb ein halbes Jahr später als geplant. Bis dahin sollen auch die Restarbeiten, insbesondere die Zufahrt, fertiggestellt und der Bau abgenommen sein, teilten die Stadtwerke, die das Bad als Bauherr im Auftrag der Stadt errichten, am Dienstag mit.

Mit diesem jetzt verbindlichen Termin habe man das im Herbst 2016 festgelegtes Ziel, das neue Bad Ende Mai zu eröffnen, nahezu punktgenau erfüllt, sagte Stadtwerkechef Horst Müller-Zinsius. Seit Anfang April finden umfangreiche Reinigungsarbeiten statt. Allerdings wird die Liegewiese im Außenbereich bei der Eröffnung noch nicht nutzbar sein: Dort steht noch ein Gerüst, das nötig ist, um Baumaterial für die Saunen im zweiten Obergeschoss und die Außenanlagen auf dem Dach zu transportieren.
Das 50 Meter lange und zehn Bahnen breite, damit wettkampftaugliche Sportbecken sieht bereits fertig aus. Es ist seit Dienstag mit Wasser gefüllt. Passend zum Namen schimmert es blau. Auch die Holzbänke auf der Zuschauertribüne mit 400 Plätzen sind eingebaut. 1378 Schränke stehen für die Besucher bereit. Das Öffnen und Schließen funktioniert wie in der alten Schwimmhalle am Brauhausberg – mit einem Chiparmband. Außerdem gibt es zwölf Familienumkleiden sowie für Behinderte zwei Kabinen mit je acht Schränken.

Da das neue Bad größer ist als das alte, gibt es auch mehr Arbeit: 43 Mitarbeiter sollen sich im Schichtbetrieb um die Besucher von Sport- und Freizeitbereich sowie Saunen kümmern, sagte Ute Sello, Geschäftsführerin der Bäderlandschaft Potsdam, die das Bad betreiben wird. Bisher waren es 20 Mitarbeiter. Man führe noch Vorstellungsgespräche. Einen Engpass gebe es insbesondere bei den Reinigungskräften. Ein Betreiber für die Gastronomie ist inzwischen gefunden: Caterer wird die Potsdamer Firma World of Pizza.

Die Außenanlagen des neuen Potsdamer Schwimmbads "blu" sind noch nicht fertig.
Die Außenanlagen des neuen Potsdamer Schwimmbads "blu" sind noch nicht fertig.Foto: Manfred Thomas

Für das neue Sportbad zahlen die Gäste für zwei Stunden vier Euro – wie derzeit in der alten Halle am Brauhausberg. Für drei Stunden Freizeitbad sind zum Beispiel zwölf Euro fällig, die Tageskarte kostet 16 Euro. Ermäßigungen sind geplant.
Bevor es losgehen kann, soll das blu getestet werden. Am 31. Mai soll ein Probebadetag stattfinden. Dazu werden in den nächsten Wochen 300 Pärchentickets verlost. Gewinner können ihre Kinder ins Bad nehmen. An diesem Tag will die Bäderlandschaft dann auch wissen, wie den Gästen das blu gefällt. „Wir werden die Gäste befragen“, kündigte Sello an.

Mit der Eröffnung findet für Potsdam eine scheinbar endlose Geschichte ihren Abschluss: 1996 hatten die Stadtverordneten ein neues Spaßbad beschlossen. Der Bau in Drewitz scheitert e am fehlenden Finanzierungskonzept des Investors. 2005 überraschten Stadtverwaltung und der damalige Stadtwerkechef Peter Paffhausen mit der Ankündigung, der brasilianische Stararchitekt Oscar Niemeyer werde ein Spaßbad für den Brauhausberg entwerfen. Die Kuppelwelt wurde als zu teuer verworfen. 2010 kam der nächste Standort ins Spiel – das Bornstedter Feld. Jakobs ließ 2012 schließlich die Potsdamer befragen.

Die alte, 1971 errichtete Schwimmhalle, wird am 21. Mai zum letzten Mal geöffnet sein. Anschließend ziehen Teile der Inneneinrichtung ins blu um. Die Betriebserlaubnis der alten Halle läuft zum 30. Juni aus. Das Hallengrundstück soll wie die anderen Flächen in der Max-Planck-Straße noch in diesem Jahr zum Verkauf ausgeschrieben werden, so Müller-Zinsius.

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