• Powell ist da: Interconti noch schärfer gesichert Gesperrte Straßen, wenn der US-Außenminister durch Berlin fährt

Berlin : Powell ist da: Interconti noch schärfer gesichert Gesperrte Straßen, wenn der US-Außenminister durch Berlin fährt

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Wenige Stunden bevor der USAußenminister Colin Powell am Donnerstag um 16.55 Uhr auf dem Flughafen Tegel landete, hat die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Hotel Intercontinental nochmals verschärft. Das Gebäude an der Budapester Straße, in der Powell während seines 24-stündigen Arbeitsbesuchs in der Präsidentensuite wohnt, gleicht einer Festung. So hat die Polizei am Donnerstag gepanzerte Fahrzeuge als Sperren in der Nähe des Hotels aufgestellt. Sie sollen verhindern, dass ein Attentäter versucht, mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen die Straßensperren zu durchbrechen. Dies bestätigte gestern der Einsatzleiter Andreas Pahl dem Tagesspiegel. Im Konvoi war Powell am späten Nachmittag vom Flughafen auf direktem Weg durch die Stadt zum Hotel geleitet worden.

Scharfschützen sind auf den Dächern rund um das Interconti verteilt. Bei An- und Abfahrten der Wagenkolonnen dürfen die Anwohner aus Sicherheitsgründen nicht die Fenster öffnen. Auch den Gästen der Restaurants in der Budapester Straße ist es während dieser Zeit nicht erlaubt, auf die Straße zu gehen – sie müssen sich gedulden, bis die Kolonne vorbeigefahren ist. Die meisten Geschäfte im Bereich des Hotels sind geschlossen. „Wer gerade heute einen Friseur-Termin hat, wird von Sicherheitskräften dorthin geleitet“, hieß es gestern bei der Polizei.

Noch bis heute um 17 Uhr gilt vom Olof-Palme- Platz bis zur Hofjägerallee absolutes Halteverbot. Dort, wo Powell entlangfährt, wird es im Stadtgebiet kurzfristige Straßensperrungen geben. Heute wird der US-Außenminister um 10 Uhr von Bundeskanzler Gerhard Schröder im Kanzleramt erwartet. Am Mittag trifft er seinen Amtskollegen Joschka Fischer bei einem Essen im Gästehaus des Auswärtigen Amtes in der Pacelliallee in Zehlendorf. Für 16.20 Uhr ist der Abflug geplant. „Welche Route die Wagenkolonnen bei Powells Besuchen nehmen, bleibt geheim“, sagte Nittmann.

Donnerstagmittag haben Polizeitaucher den Landwehrkanal nach Sprengstoff abgesucht. Rund 60 Gullydeckel und Kanalschächte hat die Polizei in der Umgebung des Hotels markiert und auf Bomben untersucht. Zudem sind weitere 100 Gullydeckel und Schächte – entlang Powells Fahrtrouten – in der ganzen Stadt versiegelt worden.

Alle Mitarbeiter des Hotels Interconti sind vom Bundeskriminalamt (BKA) überprüft und mit Sicherheitsausweisen ausgestattet worden. Das gilt auch für das Team des Küchenchefs Thomas Kammeier im neu eröffneten Restaurant „Hugos“ im Dachgarten des Hotels. „Wir sind flexibel und können dem Außenminister auch Spezialwünsche erfüllen“, sagte der Küchenchef.tabu/weso

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