Berlin : "Power Pricing": Bitte noch mal

Klaus Kurpjuweit

Endlich. Endlich hat Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) eine seiner vielen Ankündigungen tatsächlich durchgesetzt. Bei Fahrten mit Bahnen und Bussen müssten vor allem Familien entlastet werden, forderte er seit der Übernahme seines Superressorts. Nun sinken die Preise für die Schülermonatskarten wirklich. Und sogar drastisch.

Ob die Berlin-Card und die Freizeitkarte auch super werden, ist dagegen zweifelhaft. Mit der Berlin-Card muss sich der Fahrgast jedes Mal einen Einzelfahrschein besorgen. Vor allem Gelegenheitsfahrer können da schon vor den komplizierten Automaten der BVG abgeschreckt werden. Denn nur bei der S-Bahn gibt es auf vielen Bahnhöfen noch Verkaufsschalter mit Personal. Auch die Freizeitkarte ist nur ein Zwitter; entweder müssen weiter - ermäßigte - Einzelfahrscheine gekauft werden, oder sie gilt als Monatskarte.

Super könnte aber die neueste Idee werden: das "Power Pricing". Das Konzept ist bestechend einfach. Je mehr Fahrgäste ein Ticket kaufen, desto niedriger wird der Preis. Da entsteht schon fast ein Druck, dabei zu sein. Wenn Verwandte, Freunde, Nachbarn oder Kollegen dafür sorgen könnten, den Fahrpreis zu senken, würden sicher viele Gespräche bald mit der Frage beginnen: "Und du? Hast du auch schon dazu beigetragen, dass mein Fahrschein billiger wird?" Wer wollte sich dem schon entziehen!

Sogar ein Spiel könnte daraus entstehen. Wie weit lässt sich der Preis durch eine gemeinsame Aktion nach unten drücken? Sogar Wetten ließen sich darauf abschließen. Und weniger Autos auf den Straßen gäbe es sicher auch noch. Herr Strieder, setzen Sie doch noch Mal eine Idee um, bitte.

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