PR-Gag Kannibalen-Restaurant : Menschenfleisch: Geschmacklos

Wochenlang wurde in Berlin über die Eröffnung eines Kannibalen-Restaurants spekuliert. Am Donnerstag stellte sich heraus: Es war eine PR-Kampagne des Vegetarierbundes. Bernd Matthies über Aufmerksamkeit - und wie sie provoziert wird.

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Tierschützer verpackt als Menschenfleisch bei einer früheren Anti-Fleisch-Kampagne.
Tierschützer verpackt als Menschenfleisch bei einer früheren Anti-Fleisch-Kampagne.Foto: dpa

In der Fachsprache heißt so etwas „Guerilla-Marketing“: Irgendeine gewollt schräge Nummer in der Öffentlichkeit abziehen, nur um Aufmerksamkeit zu schaffen, für was auch immer. In den letzten Wochen wurde häufig von einem Berliner Restaurant gemunkelt, das demnächst Spezialitäten aus Menschenfleisch servieren werde; wir hatten uns entschlossen, diesen offensichtlich überrissenen PR-Gag unseren Lesern vorzuenthalten, ohne zu wissen, was genau dahinter steckte.

Nur ist aber der Ruf Berlins als abgefahrene Gaga-Metropole inzwischen weltweit derart ausgeprägt, dass sie so was draußen in Lesotho oder Weißrussland für absolut möglich halten.

Deshalb war der Medienrummel anlässlich der zu diesem Thema einberufenen Pressekonferenz so groß, dass wir hier zumindest die Auflösung mitteilen wollen: Es war der Vegetarierbund, der uns damit zeigen wollte, dass es ihn gibt.

Wir kannten ihn bisher nicht, weil die Konkurrenz von Peta allemal geschmackloser agierte – das hat sich gründlich geändert. Nun ja: Auf eine Windmaschine mehr oder weniger kommt es in Berlin schon lange nicht mehr an.

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