Berlin : Präzise Strahlentherapie

Berlin erhält neueste Geräte zur Krebsbehandlung Sie sollen die Nebenwirkungen reduzieren helfen

Ingo Bach/Hannes Heine

Berlin rüstet im Kampf gegen Krebs auf – mit zwei Millionen teuren Strahlengeräten. Sie sollen die Nebenwirkungen dieser Behandlung reduzieren. Eines hat der private Klinikkonzern Helios jetzt in Buch in Betrieb genommen, ein weiteres soll bald im Virchow-Klinikum der Charité in Wedding installiert werden.

Helios hat mehr als 3,5 Millionen Euro in dieses sogenannte Tomotherapiegerät investiert. Die Anlage ist eine Kombination aus Linearbeschleuniger und Computertomograf. Der radioaktive Behandlungsstrahl, der die Krebszellen zerstört, kann durch das gleichzeitige Röntgenbild des Computertomografen präziser gesteuert werden. Dadurch ist eine geringere Strahlendosis nötig, was wiederum die Nebenwirkungen im gesunden Gewebe um den Tumor herum reduziert.

Jedes Jahr erkranken mehr als 15 000 Berliner an Krebs, knapp zwei Drittel von ihnen unterziehen sich einer Strahlentherapie. Bei herkömmlichen Bestrahlungen leiden die Betroffenen gerade bei schwer erreichbaren Geschwülsten in Organen oft ihr Leben lang unter schmerzhaften Nebenwirkungen.

Bundesweit verfügen derzeit nur fünf Kliniken über ein Tomotherapiegerät, das weniger als einen Millimeter genau arbeite, heißt es vom Helios-Klinikum. In Buch werden pro Jahr 38 000 Patienten stationär versorgt, jeder Dritte von ihnen leidet unter Krebs. Schon in wenigen Jahren will das Helios-Klinikum nach eigenen Angaben Tumorkranke aus ganz Deutschland behandeln.

Die Umbauarbeiten am Virchow-Klinikum der Charité in Wedding stehen kurz vor dem Abschluss. Auch hier soll in Kürze ein Tomotherapiegerät in Betrieb genommen werden. Ab Februar sollen hier Krebspatienten ebenfalls von den neuen Behandlungsmöglichkeiten profitieren können. Anders als bei Helios trägt die Kosten für die neue Technik hier die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die außerdem drei weitere dieser Großgeräte an deutschen Universitätskliniken gefördert hat. Hintergrund der Entscheidung war, diese „vielversprechende, aber noch wenig erforschte neue Technik“ wissenschaftlich zu bewerten.

Inzwischen werden viele tumorkranke Menschen durch eine Kombination von Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie geheilt. Aber noch immer sterben in Berlin jährlich 8000 Menschen an Krebs. Ingo Bach/Hannes Heine

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