Berlin : Preis für die große Schwester

Ausländische Journalisten ehrten Barbara John

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Rund 450 geladene Gäste, darunter zahlreiche Kabinettsmitglieder der Bundesregierung und 160 ausländische Korrespondenten: Internationaler als der Empfang des Vereins der Ausländischen Presse kann ein Ereignis kaum sein. Die Organisation hatte am Donnerstagabend in die Räume der Dresdner Bank am Pariser Platz geladen, um zum ersten Mal ihren Medienpreis zu verleihen. Zur Premiere geht er an Barbara John, Berlins scheidende Ausländerbeauftragte. „Sie hat sich stets in besonderer Weise für die Belange des Vereins eingesetzt und die Arbeit der ausländischen Korrespondenten in Berlin immer wieder aktiv unterstützt“, sagte der Vorsitzende der Journalistenorganisation Clive Freeman zur Begründung. In seiner Laudatio sagte Ahmet Külahci vom Berliner Büro der türkischen Tageszeitung Hürryet: „Barbara John wird in der türkischen Gemeinde nicht nur als Behördenvertreterin angesehen, sondern gern als „Abla“, große Schwester, bezeichnet. Und von einer Amtsperson kann man sich leicht trennen, von einer Schwester nicht“, sagte er.

Barbara John, die im Januar 2002 in Rente gehen wird, freute sich. „Dieser Preis macht glücklich“, sagte sie. „Ich habe eigentlich gar nichts Außergewöhnliches geleistet, sondern nur Selbstverständliches getan. Ich weiß, wie schwer es gerade die ausländischen Journalisten haben. Die, über die sie schreiben, lesen die Artikel oft gar nicht, und die Leser kennen meist weder das Land noch die Menschen, über die die Korrespondenten berichten.“

Als FestRedner sprach Bundeskanzler Gerhard Schröder. Er machte PR in eigener Sache und verwies auf die internationalen Anstrengungen, die Deutschland seit der Wiedervereinigung unternommen habe. „Auch bei den Auslandseinsätzen wird Deutschland seinen Verpflichtungen nachkommen und die Präsenz in Afghanistan deutlich aufstocken. Wir halten was wir versprechen. Unter den Gästen waren Verbraucherministerin Renate Künast, der neue SPD-Generalsekretär Olaf Scholz, der Grüne Cem Özdemir und der Plakatkünstler Klaus Staeck. kra

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