Preisdifferenz : Verbraucher mahnen Ikea ab

Preisdifferenz zwischen Werbung und Angebot: Die schwedische Möbelhauskette Ikea muss die Preisangaben auf ihrer deutschen Website nach einer Abmahnung durch die Berliner Verbraucherzentrale mit großem Aufwand ändern.

Rainer W. During

Nach Beschwerden von Berliner Kunden, die im Spandauer Ikea-Haus höhere Preise zahlen mussten als im Internet angegeben, hatten die Verbraucherschützer dem Unternehmen vorgeworfen, gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb zu verstoßen.

Zwar heißt es auf der Website, dass die Preise in den einzelnen Möbelhäusern abweichen können. Wenn Kunden dort aber die Verfügbarkeit eines Artikels für eine bestimmte Filiale abfragen, erscheint unter deren Namen erneut der Internetpreis. Umso verärgerter waren Kunden, als sie in der Spandauer Filiale mehr für die gewünschten Artikel bezahlen mussten.

Während für die auch im gedruckten Jahreskatalog enthaltenen Waren Einheitspreise gelten, können die einzelnen Filialen alle übrigen Artikel individuell auspreisen, heißt es bei Ikea. Das ist bei vielen Filialisten inzwischen gängige Praxis und rechtlich auch zulässig, wenn die Preisangaben stimmen, heißt es bei der Verbraucherzentrale sowie Industrie- und Handelskammer. So richten sich die Preise heute häufig nach der Kaufkraft der Kunden im jeweiligen Einzugsgebiet. Preisvergleiche lohnen sich deshalb auch zwischen den Filialen eines Unternehmens – und zwar nicht nur bei Ikea. So entdeckte ein Kunde kürzlich in einem Berliner Media Markt eine drahtlose Computermaus, für die er tags zuvor in einer anderen Filiale zehn Euro mehr bezahlt hatte. Im Rahmen der Niedrigstpreisgarantie des Unternehmens bekam er die Differenz erstattet.

Anders bei Ikea: Das Möbelhaus will Kunden, die bisher in einzelnen Filialen höhere Preise zahlen mussten als im Internet angegeben, die Differenz nicht erstatten. Es wird voraussichtlich noch etwas dauern, bis die Forderung der Verbraucherzentrale erfüllt wird, sagt die Sprecherin der Ikea-Deutschland-Zentrale Sabine Nold. „Wir arbeiten an einer technischen Lösung, damit jeder Kunde künftig den aktuellen Preis des jeweiligen Einrichtungshauses erhält.“ Bis dahin habe man der Verbraucherzentrale eine Übergangsregelung angeboten, zu der man sich wegen ausstehenden Rückmeldungen noch nicht äußern will.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale hat sich Ikea für die Umsetzung eine Frist bis zum 15. Juli ausbedungen. Eine gerichtliche Klärung würde viel länger dauern. Man werde aber auf der Abgabe einer Unterlassungserklärung bestehen. 

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