Preise rauf : Müllabfuhr und Wasser werden teurer

Müllentsorgung und Straßenreinigung werden teurer. Die Stadtreinigung kündigte am Mittwoch Preiserhöhungen von durchschnittlich 3,7 Prozent an. Auch die Wasserbetriebe erhöhen den Grundtarif, senken aber Kubikmeterpreis.

Stefan Jacobs
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Wenig Gegenliebe. Die steigenden BSR-Gebühren treffen alle Berliner. Dafür steht 2010 keine weitere Preiserhöhung an. -Foto: ddp

Zum Jahreswechsel werden Müllabfuhr und Straßenreinigung teurer. Auch fürs Wasser werden viele Berliner etwas mehr bezahlen müssen als bisher. Die Stadtreinigung kündigte am Mittwoch Preiserhöhungen von durchschnittlich 3,7 Prozent an. Die neuen Tarife gelten für die Jahre 2009 und 2010. Im Durchschnitt zahlt ein Haushalt nach Auskunft der BSR pro Monat 49 Cent mehr für die Müllabfuhr.

Deutlich teurer wird es vor allem für Bewohner großer Mietshäuser: Der Preis für die Leerung der 1100-Liter- Container steigt mit 6,8 Prozent am stärksten. Etwas billiger werden dagegen die meisten Biotonnen – auch, um das Sammeln von Lebensmittelabfällen attraktiver zu machen. Die auf den Leerungspreis aufgeschlagenen „Komforttarife“, die die BSR beispielsweise für die Abholung von Mülltonnen aus Hinterhöfen berechnet, sinken um zwölf bis 15 Prozent. Insofern haben vor allem die Bewohner von älteren Mietshäusern die Chance, fast ohne Mehrkosten davonzukommen. Die Preise für Sperrmüllabfuhr, Laub- und Müllsäcke bleiben gleich.

Hinzu kommen im Mittel 19 Cent Zuschlag für die Straßenreinigung. Die Kosten dafür hängen davon ab, wie groß das Grundstück ist und wie oft die Straße gereinigt wird. Die Preiserhöhungen begründet die BSR vor allem damit, dass die Straßenreinigung relativ arbeitsintensiv ist. Und dank eines bundesweiten Tarifabschlusses verdienen die gut 5200 Männer in Orange neuerdings fast acht Prozent mehr.

BSR-Chefin Vera Gäde-Butzlaff betont, dass die Tarife im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten nach wie vor zu den günstigsten gehörten, „was durchaus ein Standortfaktor ist, wie uns versichert wird“. Der Mieterverein hält die Preiserhöhungen zwar für plausibel, kritisiert aber vor allem die Mehrbelastung der Mieter in Großsiedlungen. Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) riet zu verstärkter Mülltrennung, um die „teilweise saftigen“ Preiserhöhungen zu dämpfen.

Auch die Wasserbetriebe (BWB) verändern zum Jahreswechsel ihre Tarife. Weil die Grundpreise teils drastisch erhöht werden und zugleich die Kosten pro Kubikmeter Trink- und Schmutzwasser sinken, profitieren nur Großverbraucher und Verschwender. Die Bewohner von Hochhauswohnungen hingegen müssen aufgrund der vergleichsweise großen Wasserhausanschlüsse höhere Wasserpreise zahlen. Ebenso die Bewohner von Einfamilienhäusern, da sie den erhöhten Grundpreis allein tragen müssen. Nach den Rechenbeispielen der BWB werden die meisten Haushalte jedoch – bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 110 Litern pro Person und Tag – nur einige Cent mehr oder weniger zahlen müssen als bisher.

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