Preiserhöhungen : Kunden klagen gegen Gasag

Mehr als 40 Kunden haben beim Landgericht Berlin eine Sammelklage gegen die jüngste Preiserhöhung des Versorgers Gasag eingereicht. Das Unternehmen will nun seine Preiskalkulation offen legen.

Berlin - Mehr als 40 Kunden des größten deutschen kommunalen Gasversorgers Gasag haben am Freitag beim Landgericht Berlin Sammelklage gegen dessen jüngste Preiserhöhung eingereicht. Die Klage geht auf eine Initiative der Verbraucherzentrale Berlin («Stopp den Gaspreis») zurück. Nach Angaben der Verbraucherschützer hatten sich mehrere hundert klagewillige Kunden gemeldet, aus denen nun 42 Kläger ausgewählt wurden. Einen Termin für den Prozessbeginn gibt es noch nicht.

Wegen einer anderen Sammelklage hatte als erster Gasversorger zu Beginn der Woche bereits die norddeutsche E.ON Hanse ihre Kalkulation offen legen müssen. Die Gasag hat bereits angekündigt, bis spätestens Ende Januar diesem Beispiel zu folgen. Der Versorger hatte die Tarife für seine insgesamt rund 700.000 Kunden zum 1. Oktober um mehr als zehn Prozent erhöht. Anfang 2006 steht den Berliner Haushalten mit Gasanschluss bereits die nächste Preisrunde bevor.

Die Verbraucherzentrale warf der Gasag vor, bislang «keine schlüssige und nachvollziehbare Begründung» für die höheren Preise vorgelegt zu haben. Deshalb bleibe den Kunden nur der Ausweg über eine Klage. «Jetzt werden die Gerichte der Monopolistin Gasag erklären müssen, dass sie den Gaspreis nicht nach Belieben festlegen kann.» Wie bei anderen Gasversorgern hatten sich in den vergangenen Wochen auch Gasag-Kunden geweigert, die höhere Rechnung zu begleichen.

Die Anhebung der Tarife wurde von der Gasag mit den gestiegenen Ölpreisen begründet, an denen sich auch der Gaspreis orientiert. An dem Versorger sind der Energieriese Vattenfall Europe, der französische Konzern Gaz de France sowie über eine Tochter auch der deutsche Marktführer E.ON Ruhrgas beteiligt. Bei einem Umsatz von 910 Millionen Euro machte die Gasag im vergangenen Jahr 52 Millionen Euro Gewinn. (tso/dpa)

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