Berlin : Preiskampf bei Berliner Hotels geht weiter

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Trotz einer generell positiven Entwicklung wird der Preiskampf unter den Berliner Vier- und Fünf-Sterne-Hotels auch in den nächsten Jahren kaum nachlassen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der internationalen Hotelmakler von Jones-Lang-LaSalle, die gestern in Berlin vorgestellt wurde. Deutschland-Direktor Jürgen Baumann betonte, die Expansion auf dem Berliner Hotelmarkt von etwa 30 000 Betten 1990 auf jetzt rund 82 000 sei zwar weitgehend abgeschlossen; dennoch werde der Druck der Überkapazitäten längere Zeit anhalten.

Nach den Zahlen von Jones-Lang-LaSalle, die sich weitgehend mit den schon bekannten offiziellen Berliner Angaben decken, war 2005 mit 14,6 Millionen Übernachtungen ein Rekordjahr für Berlin. Die Hotels der Stadt erzielten dabei trotz eines Rückgangs gegenüber 2004 mit 127,44 Euro den bundesweit höchsten durchschnittlichen Zimmerpreis, lagen aber bei der Belegung mit 61,8 Prozent im Vergleich hinter den fünf anderen größten deutschen Städten, die in die Studie einbezogen wurden – Hamburg schaffte über 70 Prozent. Folge: Der „Room Yield“, Umsatz pro vorhandenes Bett, nahm in Berlin sogar ab. Im ersten Quartal 2006 allerdings ist er wieder um über zehn Prozent gestiegen.

Um die vorhandenen Berliner Betten zu 60 Prozent auszulasten, sind auf Dauer nach Angaben Baumanns jährlich 18 Millionen Übernachtungen nötig, „mittelfristig ein durchaus erreichbares Ziel“. Dazu müsse der neue Flughafen zum Drehkreuz werden und vor allem Direktverbindungen nach China anbieten; zudem müsse die Fußball-WM nachhaltige Effekte entfalten. Unter den vorhandenen Berliner Hotels erwartet Baumann für 2006 mehr Bewegung: Der schwierige Markt werde mehr private Eigentümer als bisher zwingen, sich von ihren Hotelimmobilien zu trennen. Ausländische Investoren stünden bereit, weil sie die Talsohle erreicht sähen. Erst vor wenigen Wochen war das Grand Hotel Esplanade in Tiergarten von den privaten Eigentümern an den US-Anleger Blackstone verkauft worden. bm

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