Berlin : Preisverleihung: Kreischen im Parkett

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Wenn vor allem die Damen der Berliner Theatergemeinde lustvoll kichern, wenn das gesamte Publikum am Schluss die Schauspieler mit rhythmischen Beifall verabschiedet, wenn das Kichern zum Kreischen wird, dann ist es passiert: Der Theater-Abo-Ring feiert die von seinen Mitgliedern zur "Aufführung des Jahres" gekürte Komödie "Ladies Night" in der Tribüne. Am Sonntagabend war es soweit. Im Rahmen einer Gala-Vorstellung vor vollem Haus überreichte der Theatergemeinde-Chef Michael Wewiasinski die Urkunden an die Regie und die Darstellerriege. Der Zufall spielte ebenfalls eine Rolle: Nahezu zeitgleich lief im Fernsehen die Filmversion des Stoffes, der 1997 unter dem Titel "Ganz oder gar nicht" in die Kinos kam. "Ich habe meinen Videorekorder programmiert", sagte Wewiasinski.

Insgesamt 156 Mal ist das Stück schon über die Bühne gegangen und avanciert somit zu einem Dauerbrenner für die Charlottenburger Privatbühne. Erzählt wird von einer arbeitslosen Clique englischer Stahlarbeiter, die sich in den Kopf gesetzt hat, ihr Geld mit einer Männer-Strip-Show zu verdienen. Schauspieler Rainer Behrend, der einen desillusionierten Alkoholiker gibt, bedankte sich: "Ich hätte nie gedacht, dass man für zwei Stunden herumsitzen, trinken und rauchen einen Preis bekommt." Seine Kollegen (Steffen Bielig, Axel Buchholz, Tim-Owe Georgi, Benjamin Knight, Thomas Pötzsch und Rainer Reiners) haben es in der zweistündigen Aufführung nicht ganz so einfach: Sie tanzen, singen und legen schließlich ab. Und das, findet Regisseur Folke Braband, ist eine besondere Leistung: "Nicht jeder will sich schließlich ausziehen."

Für "Ladies Night" hatte sich eine deutliche Mehrheit der Theatergemeinde ausgesprochen: 41 Prozent wählten die Komödie zu "Aufführung des Jahres", und verwiesen "Das schlaue Füchslein" der Deutschen Oper, "Körper" der Schaubühne und das Musical "Du bist in Ordnung, Charlie Brown" vom Kleinen Theater auf die Plätze.

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