Premiere : In der Mark gedrehter Film ist jetzt im Kino

In Zeuthen wurde ein Film über einen Schulversager gedreht - aber im wahren Leben ist manches anders. Sagen zumindest die echten Lehrer und Schüler.

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Schule kann auch Spaß machen: Szene aus "Jonas", gedreht in einer Zeuthener Schule.
Schule kann auch Spaß machen: Szene aus "Jonas", gedreht in einer Zeuthener Schule.Foto: dpa

Eigentlich schleppen sich Schüler nach den Weihnachtsferien im Januar ja eher lustlos zur Schule. Nicht so in Zeuthen, da herrscht an der Gesamtschule Paul Dessau gleich am Jahresanfang jede Menge Aufregung. Am heutigen Donnerstag startet der Film „Jonas“ in den Kinos und der wurde im vergangenen Jahr sechs Wochen lang an der musikbetonten Schule im Landkreis Dahme-Spreewald im Speckgürtel Berlins gedreht. Da hatte es Christian Ulmen nicht so weit bei der Anreise aus dem heimischen Charlottenburg.

Der in Undercover-Rollen erfahrene 36-jährige Ulmen spielt die Hauptrolle des so dreisten wie naiven, gerade einmal halb so alten Berliner Schulversagers Jonas, der in Brandenburg seine letzte Chance zu einem ordentlichen Abschluss erhält. Die eigentlichen Sympathieträger des Films aber sind die bodenständigen, netten Märker aus dem wirklich wahren Leben, soweit der Film sie zeigt. Die Schüler, das Kollegium und der Direktor. Sie alle waren gestern genauso wie Christian Ulmen, Regisseur Robert Wilde und die Crew zur Filmpremiere ins Sony Center und zur Party in den U3-Tunnel am Potsdamer Platz geladen. Als Live-Act zur Schülerparty war allerdings nicht die Band gebucht, die Jonas im Film mit ein paar Jungens gründet, sondern Die Boys, Palina Power und Die Sterne. Deren Hit „Was hat dich bloß so ruiniert?“ ist die durchgängige Hymne des Films, in dem Ulmen sich als Jonas mitten in den Alltag einer 10. Klasse pflanzt und Schüler und Lehrer zum Reagieren zwingt – und auch den lockeren Direx Dr. Thomas Drescher. Natürlich wurde die überaus vorzeigbare Schule ausgewählt, waren die Dreharbeiten geplant und mit Lehrern, Eltern und Schülern abgestimmt, aber nach Drehbuch geprobt sei keine der Unterrichtsszenen worden, sagt Drescher. „Alles war improvisiert.“ Vor laufender Kamera, weswegen der Direx Ulmens Attacken nachsichtig lächelnd erträgt. Der bringt ihm Mittagessen, fällt ihm um den Hals, bietet ihm Geld an. Damit käme doch kein echter Schüler durch? Direktor Drescher lacht. „Das waren halt kalkulierte Provokationen.“ Er habe Ulmen gesagt, wenn er den Bogen überspanne, würde er seine Eltern zum Gespräch einbestellen. Und wie fanden die Schüler den neuen Gefährten, der trotz drei Stunden Maske pro Drehtag längst nicht so taufrisch aussieht wie sie? „Die haben ihn schnell integriert, am Ende gab’s Abschiedstränen.“

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