Berlin : Premiere mit Schlappseil, Clowns und Elefanten

Heidemarie Mazuhn

Nicht ausverkauft, aber gut gefüllt war die Premiere des Circus Busch-Roland am Anhalter Bahnhof. "Wunder unterm Sternenzelt" wurden dort präsentiert. Die russischen Clowns und Silbermedaillengewinner des renommierten Circusfestivals "Cirque de demain", Jura und Jenia, führten durch den Abend, den sich die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen im Abgeordnetenhaus, Renate Künast, ebenso wenig entgehen ließ, wie Helen Kornblum, die Frau des US-Botschafters, oder SFB-Intendant Horst Schättle.

Was echte Zirkusfreunde in dem zweitausend Besucher fassenden Kuppelzelt zuallererst begeisterte, war der lang entbehrte einmalige Geruch von frischen Sägespänen. In der Manege strapazierte Busch-Roland sein Publikum dann nicht mit modernistischen Anwandlungen wie so mancher Zirkus inzwischen. Man bemühte sich vielmehr einfach nur um guten Zirkus in klassisch-traditioneller Manier.

Die Mischung von Clownerie, Tierdressuren mit Pferden, Elefanten oder Raubkatzen und von Angstschweiß treibender Artistik auf dem Schlappseil oder in acht Metern Höhe demonstrierte, dass Circus Busch-Roland immer noch zu den ganz Großen gehört. Und das zu Zeiten, die dem fahrenden Volk in Deutschland nicht hold sind und in denen auch immer mehr Trittbrettunternehmen dem Ruf der Branche schaden.

Zugegeben, glücklich war man nicht, in Berlin zwei Tage nach einem anderen Circus auf dem gleichen Gastspielplatz zu stehen. Aber Tourneepläne werden nun mal langfristig gemacht. So heißt es jetzt für Oliver Geier-Busch: "Augen zu und durch." 1994 übernahm der Sohn des verstorbenen Zirkusdirektors Heinz Geier-Busch das 116 Jahre alte Traditionsunternehmen. "Ob das mal gut geht", orakelte damals die Zirkuswelt, in der getratscht wird wie im richtigen Leben. Bis jetzt ging es gut.Der Circus Busch-Roland steht bis 7. Mai am Anhalter Bahnhof, Karten von 22 bis 47 Mark, ermäßigt von 12 bis 37 Mark. Circus-Kasse täglich ab neun Uhr, Circus-Telefon: 0172-510 9257.

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