Update

Prenzlauer Berg : Schon wieder Unfall mit einer Tram

Ein 76-jähriger Mann ist auf der Prenzlauer Allee von einer Straßenbahn der Linie M2 überrollt worden und gestorben. Der Tramfahrer erlitt einen Schock. Alle Sperrungen des Straßenbahn- und Fahrbahnverkehrs sind mittlerweile aufgehoben.

von und Kim Rastetter
Der Unfallort auf der Prenzlauer Allee in Höhe Metzer Straße.
Der Unfallort auf der Prenzlauer Allee in Höhe Metzer Straße.Foto: dapd

Ein 76-Jähriger ist am Montagmorgen in Prenzlauer Berg von einer Straßenbahn erfasst und überrollt worden. Der Rentner erlag seinen Verletzungen noch am Unfallort, ein Notarzt der Feuerwehr konnte dem Mann nicht mehr helfen. Er hatte gegen 9.40 Uhr die Gleise im Zuge der Prenzlauer Allee überqueren wollen. Wieso er die in Richtung Danziger Straße fahrende Tram der Linie M2 nicht bemerkte, ist nach Polizeiangaben unklar. Eine Ampel gibt es dort nicht, die nächste Haltestelle ist in Richtung Norden etwa 100 Meter entfernt.

Der 47-jährige Straßenbahnfahrer erlitt einen Schock und musste in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden. Während des Feuerwehreinsatzes und der anschließenden Unfallaufnahme durch die Polizei war die Prenzlauer Allee in Fahrtrichtung stadtauswärts ab der Torstraße für mehrere Stunden gesperrt. Die stark befahrene Tramlinie M2 war nach Angaben der Leitstelle von 9.40 Uhr bis 12.20 Uhr in beiden Richtungen unterbrochen. Die Sperrung dauerte länger als bislang üblich, da die Polizei ihre digitale Vermessungstechnik einsetzte. Seit Ende 2011 werden bei Unfällen mit Toten oder Schwerstverletzten spezielle Kameras und Scanner zur Dokumentation verwendet. Das neue Verfahren soll dazu dienen, Unfälle schneller und besser aufzuklären. Autos und Nahverkehr werden durch diese Methode jedoch länger gestoppt; wie berichtet, hatte die BVG dies bereits kritisiert.

Im vergangenen Jahr waren sechs Menschen bei Unfällen mit der Straßenbahn getötet worden, vier Fußgänger und zwei Radfahrer. Unter den Toten waren zwei ältere Menschen von 78 und 90 Jahren, die die bis zu 50 Kilometer pro Stunde fahrenden Züge übersehen hatten. Aus Sicht der BVG hätte auch eine Ampel den jüngsten Unfall nicht verhindert. Im Februar 2011 hatte ein 46-jähriger Radler in Wedding das rote Licht ignoriert und war getötet worden.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

Autor

94 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben