Berlin : Pressezentrum im ICC: Senat will Medienzentrum

Sigrid Kneist

Der Senat hat gestern der Messe Berlin seine Unterstützung für deren Bewerbung zugesagt, bei der Fußball-WM 2006 auf dem Messegelände das zentrale Medienzentrum einzurichten. Dazu muss die alte Messehalle 26 abgerissen und neugebaut werden. Gemeinsam mit der bisherigen Halle 25 soll sie einen rund 40 000 Qudratmeter großen Multimedia-Komplex für die Radio- und Fernsehübertragung bilden. Die Zeitungsjournalisten sollen im ICC ihr Pressezentrum bekommen. Insgesamt sollen dort bis zu 20 000 Journalisten und sonstige Medienmenschen arbeiten können. Für die Investitionen im Rahmen der WM-Bewerbung sind insgesamt 200 Millionen Mark notwendig. Der Deutsche Fußballbund wird eine vorläufige Entscheidung fällen, bevor der Weltfußballverband Fifa im nächsten Jahr einen endgültigen Beschluss fasst.

Wie Senatssprecher Michael-Andreas Butz gestern nach der Senatssitzung sagte, wurde noch nicht präizisiert, wie die notwendigen Investitionsgelder aufgebracht werden sollen. Dies ist auch von dem künftigen Wirtschaftskonzept für die Zukunft der Messe abhängig. Eine entsprechende Vorlage von Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner wurde jedoch vertagt, weil es vor allem von Seiten der Finanzverwaltung noch Klärungsbedarf gibt.

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Umstritten ist vor allem, wie weit die bisher noch dem Land Berlin gehörenden Grundstücke in die Messe eingebracht werden und wie diese die Flächen dann vermarkten kann. Geklärt werden soll dabei auch, in welcher Rechtsform das geschehen soll: als GmbH & Co KG oder als GmbH. In der kommenden Woche will der Senat dieses Konzept endgültig beschließen.

Der Senat sei sich aber einig darüber, das Messegelände zu vergößern und der Messe Grundstücke auch außerhalb des bisherigen Areals zur Verfügung zu stellen, sagte Senatssprecher Butz. Nur so könne die Messe, die ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei, mit anderen Messestädten wie Hannover, Düsseldorf oder Frankfurt konkurrieren. Insgesamt stehen nach seinen Angaben mittelfristig bei der Messe Investitionen in Höhe von rund zwei Milliarden Mark an. "Das ist nach dem Großflughafen Berlin-Brandenburg das zweitgrößte Investitionsvorhaben", sagte Butz.

Auch aus städtebaulicher Sicht befasste sich die Landeregierung gestern mit der Messe. Man sei sich einig gewesen, dass bei der geplanten weiteren Bebauung, beispielsweise mit einem Büro- und Hotelkomplex, im Außenbereich der Messe dem Denkmalschutz Rechnung getragen werden müsse. Die Sichtachse auf den Funkturm dürfe nicht zugebaut werden, auch dürfe das städtebauliche Bild mit dem Haus des Rundfunks und dem Palais am Funkturm nicht beeinträchtigt werden.

Nach den Vorstellungen der Stadtentwicklungsverwaltung kann auf den Parkplätzen an der Neuen Kantstraße und der Bredtschneiderstraße ein Hotelkomplex mit rund 1000 Zimmern und einer Höhe von 22 Metern mit Aufbauten von 35 und 50 Metern entstehen. Für Büros sieht der Entwurf an der Westseite des Hammarskjöldplatzes als Pendant zum SFB-Hochaus einen 16-geschossigen Bau vor.

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