Berlin : Preußische Schau

Eine Zwischenbilanz über unsere Schlösser

Michael Zajonz

Berlins und Brandenburgs Schlösser haben viel mitgemacht – auch organisatorisch. Als 1993 der Überblick „Königliche Schlösser in Berlin-Brandenburg“ erschien, war die gemeinsame, länderübergreifende Stiftung Preußische Schlösser und Gärten noch nicht gegründet worden, und um so manches ehemals preußische Königsschloss stritten sich mehrere Interessenten. Viele der Bauten und Gartenanlagen mussten renoviert werden.

Hartmut Dorgerloh, seit Sommer 2002 Generaldirektor der Preußischen Schlösser-Stiftung, zieht daher gemeinsam mit Autor Michael Scherf in „Preußische Residenzen“ eine Zwischenbilanz. Wie erfolgreich ist das preußische Tafelsilber seit der Stiftungsgründung 1995 zusammengeführt worden? In welchem Zustand sind heute die über 30 öffentlich zugänglichen Häuser der Stiftung, von denen nicht wenige erst nach 1990 übernommen werden konnten? Dem Anspruch eines konzentrierten Überblicks wird das Buch nur bedingt gerecht. Dafür sind die Texte zu knapp, vor allem wenn es um das Schicksal der Preußenschlösser nach 1945 geht – auch wenn mit den zerstörten Stadtschlössern von Berlin und Potsdam und dem gerade erst in die Obhut der Stiftung übernommenen Schlosses Schönhausen heikle Themen nicht ausgespart bleiben. Leider hält auch die Druckqualität der Fotos nicht durchgängig das, was man von einem Bildband mit 200 Abbildungen erwarten kann.

— Hartmut Dorgerloh und Michael Scherf: Preußische Residenzen. Königliche Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin. 160 Seiten, 200 Abbildungen, 24,90 Euro.

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