Berlin : Privatfirma übernimmt Fluggast-Kontrolle

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Die Passagierkontrollen am Flughafen Schönefeld werden von Montag an von einer Privatfirma übernommen. Bisher hatten dort Zivilangestellte des Bundesgrenzschutzes die Fluggäste und ihr Handgepäck gecheckt. Aufgrund personeller Engpässe habe man diese Aufgabe allein nicht mehr bewältigen können, erklärte ein Sprecher des Grenzschutzpräsidiums Ost auf Anfrage. Deshalb seien Teilaufgaben vom Bundesinnenministerium ausgeschrieben worden.

Um die Übernahme der Kontrollen hatte sich nach Informationen des Tagesspiegels eine Vielzahl von Firmen beworben. Den Zuschlag erhielt schließlich die Gesellschaft für Sicherheit im Luftverkehr (GSL), ein gemeinsames Tochterunternehmen der Flughafen Frankfurt AG und der Lufthansa-Tochter GlobeGround. Das Unternehmen zeichnet bereits für die Passagierkontrollen an den Flughäfen Bremen, Erfurt, Kassel und Hahn verantwortlich. In Frankfurt selbst übt es einen Teil der Sicherheitsdienste aus und betreut die Wertfracht der Lufthansa. Ferner gehören Serviceleistungen wie das Gepäckwagenmanagement und der Mobile Informationsdienst im Terminal zum Angebot. In Schönefeld wurden 59 Arbeitsplätze neu geschaffen, teilte Geschäftsführer Andreas Rösler mit. In der Anfangsphase werden die Kontrolleure von Kollegen aus Bremen und Erfurt unterstützt. Alle Beschäftigten wurden in einem umfangreichen Trainingsprogramm geschult. Erstmals in Deutschland hätten die Mitarbeiter aufgrund einer Neuregelung vor der Aufnahme ihrer Tätigkeit auch bei einer praktischen Prüfung durch den BGS ihre Qualifikation unter Beweis stellen müssen.

An den Flughäfen Tegel und Tempelhof sind die Sicherheitskontrollen bereits seit ihrer Einführung im Jahr 1974 in privater Hand und standen zunächst unter der Aufsicht der Alliierten. In Tempelhof hat heute die Senatsverkehrsverwaltung die Aufsicht, in Tegel übernahm nach der Vereinigung ebenfalls der Bundesgrenzschutz die Verantwortung. In Schönefeld hatte der BGS die Kontrollen bisher selbst durchgeführt. Viele sind dem Vernehmen nach inzwischen alters- und gesundheitsbedingt ausgeschieden. Die verbleibenden Kontrolleure werden nach Angaben des BGS-Sprechers parallel weiterbeschäftigt.

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