Berlin : Privatisierung von Kitas: PRO von Ulrich Zawatka-Gerlach

Es gibt die Ängste der Beschäftigten. Es gibt die Proteste der Gewerkschaften. Aber es gibt keine sachlich vertretbaren Gründe, die gegen eine Übertragung aller städtischen Kindertagesstätten auf freie und gemeinnützige Träger sprechen. Das Reizwort "Privatisierung" steht im Raum. Aber es geht ja nicht um die Kommerzialisierung der Kinderbetreuung. Hier wird nichts auf dem Rücken der Kleinen ausgetragen. Keine Erzieherin wird vor die Tür gesetzt, und ob das Bezirksamt Reinickendorf oder der Paritätische Wohlfahrtsverband der Arbeitgeber und Träger der Einrichtung ist, kann den Mitarbeitern, Eltern und Kindern egal sein.

Zum Thema Ted: Alle städtischen Kitas in Berlin privatisieren? Die Wohlfahrtsverbände, die Kinder- und Schülerläden und auch die Kirchen sind seit vielen Jahren erfahrene und verlässliche Partner des Staates, wenn es um die Betreuung und Erziehung unseres Nachwuchses geht. Drei von zehn Kitas in Berlin gehören den freien Trägern, sie haben Leistungsverträge mit dem Senat abgeschlossen - und erbringen dieselbe Leistung preiswerter als städtische Einrichtungen. Das Erzieherpersonal wird nicht schlechter bezahlt, die Kindergruppen sind nicht größer, die pädagogische Arbeit ist nicht schlechter.

Aber der Druck auf die Kosten ist deutlich höher; als Empfänger öffentlicher Zuwendungen wird den freien Trägern ein wirtschaftlicher, transparenter Umgang mit dem knappen Geld geradezu aufgezwungen. Außerdem müssen die Privaten neun Prozent der anerkannten Gesamtkosten selbst aufbringen.

Ein dreistelliger Millionenbetrag lässt sich einsparen, wenn sämtliche Kitas in freie Trägerschaft übergehen. Dem Staat bleibt die Aufgabe, durch gesetzliche Vorgaben den Umfang und die Qualität der Kinderbetreuung zu gewährleisten. Nach allen bisherigen Erfahrungen werden sich die privaten Träger auch in Zukunft sehr dafür engagieren, unter akzeptablen Rahmenbedingungen arbeiten zu können.

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