Berlin : Privatklinik hat bald neuen Chef

Ein Investor soll das Edelkrankenhaus am Leben erhalten

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Die private Meoclinic im Quartier 206 an der Friedrichstraße soll von einem neuen Betreiber weitergeführt werden. Wie berichtet, befindet sich das Krankenhaus, das ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler behandelt, in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Gegenüber dem Vermieter Anno August Jagdfeld sollen bereits Mietschulden in einstelliger Millionenhöhe aufgelaufen sein, ist aus informierten Kreisen zu hören. Nur sporadisch zahle die Meoclinic die Miete. Der Vermieter hat jetzt die Notbremse gezogen und dem Krankenhaus, das mit 49 Betten und rund 70 Angestellten eine vergleichsweise kleine Klinik ist, fristlos gekündigt. Man stehe kurz vor einer Lösung, um die Meoclinic ohne den jetzigen Inhaber weiterzubetreiben. Ein Investor sei bereit, in einer Auffanggesellschaft die Klinik zu übernehmen und die Ärzte mit einzubinden.

Der Mitbegründer und Geschäftsführer der Meoclinic, Olaf Humplik, habe von Anfang an schwere Fehler gemacht, sagt ein Insider. Er habe 1999 mit Bankkrediten im Rücken „wie in einem Supermarkt“ teure Geräte und teure Spezialisten eingekauft, ohne daran zu denken, wie er diese Kosten wieder einspielen kann. Außerdem habe er 4500 Quadratmeter im Quartier 206 zu einem viel zu hohen Preis angemietet. Damit könne man eine Klinik nicht wirtschaftlich betreiben. Dies sei auch der Grund dafür, dass frühere Verhandlungen über einen Verkauf der Meoclinic scheiterten.

Seit Monaten ist Humplik auf der Suche nach einem potenten Partner, denn die Schulden drücken auf das Unternehmensergebnis. Die Meoclinic bestätigt, dass man Gespräche mit Investoren führe, unter anderem, um die Altschulden loszuwerden. „Das ist ein ganz normaler Vorgang“, sagt ein Sprecher der Klinik. Man sei zum jetzigen Zeitpunkt auch weiterhin zahlungsfähig; ob das für die Zukunft gelte, könne man nicht sagen. Zu den Gerüchten, die Klinik sei pleite, nehme man keine Stellung.

Die Idee an sich, nur Privatpatienten zu behandeln, sei eigentlich tragfähig, heißt es in Krankenhauskreisen. Und es sei durchaus üblich, dass eine Idee erst beim zweiten Anlauf funktioniere, weil ein Investor nach einer Pleite günstigere Bedingungen aushandeln und auch die Einrichtung zu günstigen Konditionen übernehmen könne. I.B.

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