Berlin : Pro Deutschland geht mit Sarrazin auf Stimmenfang

Nach der NPD versucht jetzt auch die ultrarechte „Bürgerbewegung Pro Deutschland“, mit der Sarrazin-Debatte um Wählerstimmen zu werben. „Wählen gehen für Thilos Thesen“, ist auf Wahlplakaten der Gruppierung unter einer durchgestrichenen Moschee zu lesen. Angeblich sollen 15 000 Plakate aufgehängt werden. Wahlwerbung auf Kosten des SPD-Politikers will die Partei darin nicht sehen. „Viele Leute heißen doch Thilo“, scherzte Parteichef Manfred Rouhs am Dienstag. „Die Ideen von Herrn Sarrazin haben sich verselbständigt.“ Auch ohne seinen Namen komplett zu nennen, könne man sich inzwischen auf die von ihm ausgelöste Debatte beziehen. Sarrazin hatte in seinem 2010 erschienenen Buch „Deutschland schafft sich ab“ umstrittene Thesen zur Integration vertreten. Äußerungen über eine angeblich erbliche Dummheit muslimischer Einwanderer und ein „jüdisches Gen“ lösten bundesweit Empörung aus.

Der Verlag des früheren Berliner Finanzsenators war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sarrazin selbst befindet sich im Urlaub. Sein Verlag war in der Vergangenheit erfolgreich vor Gericht gegen die NPD vorgegangen, die mit einem Zitat und einem Bild Sarrazins für sich geworben hatte. jra

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