Berlin : Pro Familia: Wenn Paare nicht mehr weiter wissen

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Pro Familia hat ein neues Beratungszentrum eröffnet. In den Räumen in der Kalckreuthstraße 4 (Schöneberg) ist viel Platz für Einzel- und Gruppengespräche mit Ärztinnen, Psychologinnen und Pädagogen zu Familienplanung und Sexualkunde - und für neue Angebote. Die beiden alten Standorte in der Ansbacher- und der Gotzkowskystraße hat Pro Familia aufgegeben. Zusätzlich zu den bislang 15 Mitarbeitern konnte eine Kraft für die Sozialberatung unter anderem zum Kindschaftsrecht und zu staatlichen Unterstützungen für Alleinerziehende eingestellt werden.

In der Paarberatung führt Pro Familia ein Kommunikationstraining ein, in dem Frauen und Männer lernen, nach bestimmten Regeln miteinander zu sprechen. Die Nachfrage nach Paartherapien sei in den letzten Jahren enorm gewachsen, sagte gestern Psychologin Anne Deckert. Dauerstreit aus geringfügigen Anlässen und Lustlosigkeit und Langeweile in der Beziehung und beim Sex gehören zu den am häufigsten besprochenen Problemen. Mehr Platz gibt es jetzt auch für die Arbeit mit Schülergruppen. In Gesprächen und Spielen mit Jungen- und Mädchengruppen geht es um die erste Liebe, Verhütung und um sexuelle Orientierungen. Für Mädchen und Frauen bietet Pro Familia außerdem eine gynäkologische Sprechstunde an - mit mehr Zeit als in einer normalen Praxis, verspricht die Ärztin.

Verstärkt werden soll die Beratung zur Abtreibunspille Mifegyne. Die Sozialverwaltung wird Frauen mit geringem Einkommen ab dem 1. Juli 80 Mark mehr als bisher für den Mifegyne-Eingriff zurückerstatten. Deshalb rechnet Pro-Familia Ärztin Christina Schneider mit sehr viel größerem Interesse an dieser Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch. Mehr Angebote kann Pro Familia jetzt auch für Menschen mit körperlichen Behinderungen machen: Im Erdgeschoss des Hauses gibt es einen rollstuhlgerechten Bereich mit einem gynäkologischen Untersuchungsraum.

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