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Ein voller Bauch studiert nicht gern“, heißt es. Ein leerer aber auch nicht. Es ist völlig indiskutabel, Heranwachsende ganztags lernen zu lassen, ohne sie mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen. Deshalb muss alles getan werden, um diese Versorgung sicherzustellen. Dazu gehört nicht nur, dass das Essen lecker, ansehnlich und gesund ist. Dazu gehört auch, dass der Elternbeitrag nicht höher sein darf als das, was Eltern zu Hause für ein selbst gekochtes Essen ausgeben. Das aber ist der Fall, wenn sie 70 Prozent der Caterer-Kosten an den Grundschulen und sogar 100 Prozent an den Oberschulen tragen müssen.

Das Land sollte davon absehen, eine abschreckende Kostenverteilung für das warme Schulessen zu beschließen. Es sollte als Partner vor die Eltern treten und sagen: Wir alle wollen, dass unsere (Landes-)Kinder ein Essen bekommen und deshalb teilen wir uns die Kosten – halbe-halbe. Auf diese Weise ergäbe sich ein Preis, der Eltern nicht abschreckt, und der deshalb auch keinen Vorwand böte, die Kinder lieber zum nächsten Fastfood-Anbieter zu schicken. Und das ist wichtig. Nicht nur wegen der Gesundheit, sondern auch wegen der Atmosphäre, denn zu einem guten Miteinander gehören – genau wie in der Familie – gemeinsame Mahlzeiten.

Kluge Schulleiter versuchen, alle für diese Erkenntnis zu gewinnen. Die Politik sollte ihnen keine Steine in den Weg legen, indem sie das Essen verteuert. Und wenn es erschwinglich bleibt, braucht man auch keine teure Bürokratie für eine umständliche Einkommensstaffelung beim elterlichen Beitrag. Susanne Vieth-Entus

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