Pro Reli : "Erfrischungsgeld" für 10.000 Wahlhelfer

Für ihre Unterstützung beim Volksentscheid erhalten ehrenamtlich Engagierte 31 Euro. Insgesamt waren bei diesem Volksentscheid berlinweit 10.000 Wahlhelfer in 1246 Wahllokalen im Einsatz.

Sabine Beikler

"Hey Maggie", ruft ein Mann aus der Wahlkabine. Seine Begleiterin will zu ihm hinter die Kabine eilen, wird aber dezent davon abgehalten. "Jetzt gibt es keine Beratung mehr", sagt Marianne Strack freundlich. Maggie fängt an zu lachen und wartet, bis ihr Begleiter den Stimmzettel in die Wahlurne geworfen hat. "Schönen Tag noch", verabschieden sich beide von Marianne Strack. Sie ist eine von fünf Wahlhelfern, die am Sonntagmittag in der Neuköllner Heinrich- Heine-Schule anwesend sind. Die Stimmung unter ihnen ist auffallend gut. Man lacht, plaudert, beobachtet. Und man kennt sich: Die Wahlhelfer des Stimmbezirks 104 treffen nicht das erste Mal aufeinander. "Wir sind seit Jahren ein eingespieltes Team", sagen sie.

Insgesamt sind bei diesem Volksentscheid berlinweit 10.000 Wahlhelfer in 1246 Wahllokalen im Einsatz. 18.000 ehrenamtliche Helfer sollen es bei der Europa- oder bei der Bundestagswahl sein, sagt Landesabstimmungsleiter Andreas Schmidt von Puskás, der stellvertretend für alle Wahlhelfer ein paar kleine Blumensträuße in die Schule mitgebracht hat, als Dank für ihr ehrenamtliches Engagement. Er appelliert an die Freiwilligkeit bei den Wahlhelfern. Denn eine "Rekrutierung per Zwang" könne auch immer unangenehme Folgen für die Disziplin bei den Auszählungen haben. Wer mitmacht, bekommt ein "Erfrischungsgeld" von 31 Euro. Öffentlich Bedienstete erhalten 21 Euro und einen zusätzlichen freien Tag als Belohnung.

Für viele Lehrer sei dieser freier Tag auch der größte Anreiz, sich freiwillig zu melden, sagt Marianne Strack, die an der Heinrich-Heine-Schule Chemie unterrichtet. Denn Lehrer bekämen außerhalb der Reihe auch keine freien Tage als Freizeitausgleich.

Außerdem sei es doch interessant zu beobachten, wer sich aus dem Stimmbezirk zur Abstimmung einfindet. "Da bekommt man immer ein gutes Gefühl für die Bevölkerungsstruktur in einem Kiez", sagt Strack. Und drittens, darüber sind sich die Wahlhelfer einig, sei es "selbstverständlich, für die Demokratie ehrenamtlich zu arbeiten". Dass draußen die Sonne scheint und sie drinnen sitzen müssen, stört die fünf überhaupt nicht. Sie freuen sich schon auf ihren nächsten "Einsatz" - am 7. Juni bei der Europawahl.

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